Weit mehr als 1000 Besucher kommen jeden Tag in die Rhein-Main-Therme, ein Gutteil davon sind Kinder und Jugendliche sowie Vereinssportler, die in einem eigens dafür reservierten Fünf-Bahnen-Becken trainieren. Von 8 bis 22 Uhr seien Schüler und Vereinsmitglieder an Wochentagen in der Therme unterwegs, sagte Betriebsleiter Dirk Heislitz. „Die Gruppen geben sich die Klinke in die Hand. Wir haben regelmäßig Reservierungen von 30 Schulen und von einem Dutzend Vereinen.“
Wen wundert es, dass da in den Umkleidekabinen auch mal Chaos herrscht. Schuhe werden von den Kindern nicht immer in die eigens dafür vorgesehenen Regale gestellt, Klamotten fliegen durch die Gegend; Dirk Heislitz und seine Mitarbeiter haben nachts sogar schon mal Nudelsalat von den Wänden gekratzt. Immer wieder kommt es vor, dass die laut Hersteller vandalismussicheren Föhne mit Haarklammern unbrauchbar gemacht wurden.
450000 Gäste wurden letztes Jahr in der Rhein-Main-Therme gezählt.
Neben einem Wellenbecken und einem 25-Meter-Sportbecken mit Sprungturm gibt es auch einen Außenschwimmbereich, Sauna und Wellnessabteilung.
Für Bürger, die in Hofheim oder in Kelkheim wohnen, gibt es Sondertarife für das Schwimmbad.
Schulen und Vereine können ein eigenes Schwimmbecken nutzen. Hofheimer Vereine kommen kostenlos ins Bad, Kelkheimer Vereine müssen zahlen, ebenso die Schulen.
„Wir sind mit Schulen, Vereinen und den Städten Kelkheim und Hofheim im Gespräch, um derartige Auswüchse einzudämmen“, berichtet Heislitz.
In Absprache mit dem Gesundheitsamt des Kreises wurde überdies ein neuer Reinigungsplan ausgearbeitet: Alle zwei Stunden werden Umkleidekabinen, Duschen und Toilettenanlagen während des Schwimmbetriebs gesäubert. Kritik von Eltern gebe es trotzdem, sagt der Betriebsleiter. Sie beschwerten sich beispielsweise, dass ihre Kinder mal für ein paar Minuten den Föhn nicht nutzen könnten, wenn das Reinigungsteam arbeite. „Da mussten wir uns schon übelste Beschimpfungen anhören.“
Sehr sorgfältig achten die Thermenbetreiber auch darauf, dass die Wasserqualität stimmt. Noch nie in den zehn Betriebsjahren musste die Rhein-Main-Therme wegen hygienischer Mängel geschlossen werden, wie die Leiterin des Kreisgesundheitsamts, Ruth Mühlhaus, sagt.
Täglich Wasserproben
Täglich würden physikalische und chemische Parameter gemessen; außerdem werde das Wasser auf gesundheitsschädliche Keime untersucht. Die Rhein-Main-Therme führe die Messungen in einem eigenen Labor durch und schicke die Ergebnisse zur Kontrolle auch nach draußen. „Dazu gibt es im Infektionsschutzgesetz genaue Vorschriften.“ Den Reinigungsplan im Zwei-Stunden-Takt für die Vereinsanlagen hält Mühlhaus für angemessen, auch wenn sich mancher Besucher daran stört. Eltern wären schon im Gesundheitsamt vorstellig geworden mit der Frage: „Muss das denn sein?“ „Es muss“, sagt Mühlhaus. Desinfektionsmittel brauchten Zeit, um einzuwirken. (aro.)

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