Das Gemeinsame“, antwortet Regina Vischer auf die Frage, was ihr in Kriftel am Herzen liegt. „Mehr gemeinsam gestalten“, lautet ihr Wahlslogan. Sie würde die Bürger gerne in politische Entscheidungen einbeziehen und Projekte in Foren besprechen. Die 54-jährige Vorsitzende der Main-Taunus-Grünen lebt seit 20 Jahren in Kriftel. Große Streitthemen gäbe es nicht, sagt sie. Mit den Themen, die Bürgermeister Christian Seitz (CDU) angeht, ist sie zufrieden, nur nicht mit der Umsetzung.
Von der Idee 160 Kinder in einer Kindertagesstätte am Ortsrand unterzubringen, wie es in der Kita Linsenberg geplant ist, hält sie nichts. „Ich hätte lieber mehrere kleinere im Ort verteilt.“ Statt von den Eltern gefahren zu werden, könnten die Kinder laufen. „Das fördert die Selbstständigkeit“, sagt die Mutter zweier Kinder (18 und 20 Jahre alt), die 1994 das Montessori-Kinderhaus Kriftel gegründet hat. Bis heute ist sie Vorsitzende des Montessori-Arbeitskreises und gibt Elternkurse an der Volkshochschule. Vischer ist auch nicht dafür, dass das neu erschlossene Mönchhofgebiet „total zugepflastert“ wird. „Kriftel soll seinen Obstbau-Charakter erhalten“, sagt sie.
Ihr Konzept, um den maroden Haushalt zu sanieren: „Mit den Einnahmen zurechtkommen“. Vischer möchte die Gebühren anpassen, das heißt die Grund- und Gewerbesteuer „maßvoll anheben“. Die teuren Projekte des Bürgermeisters, wie die Sanierung des Schwimmbads und den Bau der neuen Kita, sieht sie kritisch. „Man kann nicht alles mitmachen. Das ist viel zu teuer.“ Neue Firmen auf den freien Flächen entlang der Autobahn könnten Gewerbesteuern einbringen, die Gebäude zusätzlich als Schallschutz dienen.
Neues Konzept für Stadtentwicklung
Für die Stadtentwicklung wünscht sie sich ein neues Konzept. So könnte zum Beispiel aus der Frankfurter Straße ein „Shared Space“ (geteilter Raum) für Autos und Fußgänger werden. „Ein Verkehrsplaner mit pfiffigen Ideen ist gefragt.“ Für das Mönchhofgebiet könnte sie sich ein Mehrgenerationenhaus, vorstellen. Statt der vielen neuen Einfamilienhäuser, würde sie lieber Wohnungen sehen, die auch für Senioren geeignet sind. Vischer gehörte zu den Ersten, die Gemeinschaftssolaranlagen errichtet haben. Sie engagiert sich in der Arbeitsgruppe zur CO2-Einsparung und setzt sich dafür ein, dass mehr Bürger ihren eigenen Strom mit Solaranlagen produzieren. (jen.)

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