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Eppstein: Die Letzten holt der Fuchs

Mit Kopfhörer, Peilempfänger und Karte versucht Maximilian Güttmann bei der Deutschen Meisterschaft im Amateurfunkpeilen sein Glück. Bei diesem Sport kommt es vor allem auf Kondition und die richtige Taktik an.

Maximilian Gütt geht mit Peilempfänger und Karte los.
Maximilian Gütt geht mit Peilempfänger und Karte los.
Foto: R. Oeser

Nein, es waren keine Jogger mit Walkman oder MP-3-Player, die am Wochenende den Wald zwischen Bremthal und Wildsachsen bevölkert haben. Die Läufer mit Kopfhörern, die dort am Samstag und Sonntag unterwegs waren, lauschten auch keiner motivierenden Musik, sondern piependen Funksignalen. Wolf-Dietrich Barth war einer der rund 75 Amateurfunker, die aus dem In- und Ausland nach Bremthal gekommen waren, um das zu tun, was in der Funkersprache als Fuchsjagd bezeichnet wird. Bei dieser Fuchsjagd handelt es sich um das Amateurfunkpeilen oder auch Amateur Radio Direction Finding (ARDF) – einen Sport, der sich unter Funkern weltweit einer gewissen Beliebtheit erfreut.

Immer die Karte im Blick

Sowohl ihren sportlicher Ehrgeiz als auch ihre Technikbegeisterung konnten die Teilnehmer an der Internationalen deutschen Meisterschaft im Amateurfunkpeilen befriedigen, die vom Deutschen Amateur-Radio-Club ausgerichtet wurde. „Das Wichtigste ist, dass ich die Karte im Blick behalte, damit ich immer weiß, wo ich bin“, erklärte Wolf-Dietrich Barth. Außer dieser sehr genauen Orientierungslaufkarte im Maßstab 1:15000 durften die Läufer nur ihren Empfänger und einen Kompass zur Orientierung verwenden. Als weitere Hilfsmittel brauchte Barth einen Buntstift, um die Peilstrahlen sowie die Standorte der Sender und Start- und Zielpunkt in der Karte einzutragen, und einen kleinen Chip zur elektronischen Speicherung der angelaufenen Sender.

Fünf Peilsender hatten die Veranstalter zuvor im Gelände verteilt. Angeordnet waren sie so, dass, wer seine Strecke gut plante, zehn bis zwölf Kilometer unterwegs war, um alle Sender anzulaufen. „Wer sehr schnell ist, kann das in 45 Minuten schaffen“, sagte Klaus Müller, ARDF-Referent für Hessen im Deutschen Amateur-Radio-Club. Wolf-Dietrich Barth benötigte genau 61 Minuten und 23 Sekunden – eine Zeit mit der er sich im Ziel „soweit zufrieden“ zeigte. „Ich habe alle Sender geradlinig und ohne Fehlpeilung erreicht“, bilanzierte der 42-Jährige, der seit drei Jahren bei ARDF-Meisterschaften mitmacht.

Während Barth früher zu Beginn eines Laufs immer erst alle Sender angepeilt hat, um sich einen Überblick zu verschaffen, verlässt er sich heute mehr auf seine Intuition. „Wenn ich den nächstgelegenen Sender gefunden habe, laufe ich los und hoffe, dass die Richtung gestimmt hat.“ Viel Erfahrung und ein bisschen Glück seien allerdings die Voraussetzung, um mit dieser Vorgehensweise erfolgreich zu sein. Jeweils eine Minute lang senden die fünf zeitgesteuerten Sender abwechselnd einen unterschiedlichen Morsecode aus. Weil alle die gleiche Frequenz verwenden, ist jeder Sender nur alle fünf Minuten für eine Minute hörbar.

Daher müsse man genau peilen und dann schnell die richtigen Entscheidungen treffen. Fehler können bei diesem Sport fatale Folgen haben. Wer falsch peilt, kann bei der Suche nach einem Sender leicht bis zu einem Kilometer danebenliegen.

Doch völlig verlaufen können sich die Funker nie. Am Ziel sendet der sogenannte Rückholfuchs ein Dauersignal, das jederzeit angepeilt werden kann. Nicht nur nicht verlaufen hat sich Alexander Hergeth: Er sicherte sich den Meistertitel in der Klasse M21, in der Männer ab 21 Jahren antreten.

Autor:  Jöran Harders
Datum:  16 | 8 | 2010
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