Aus den Wasserhähnen in der Burgstadt sprudelt überwiegend mittelhartes und weiches Wasser.
560.000 Kubikmeter davon verbrauchen die rund 13.250 Eppsteiner durchschnittlich pro Jahr.
Zweidrittel des Wassers kommen aus zwölf eigenen Brunnen und zwei Quellen. Ein Drittel wird aus dem hessischen Ried zugekauft.
In drei Anlagen zur Wasseraufbereitung wird die moderne UV-Technik zur Bekämpfung von Bakterien angewandt.
Viermal im Jahr prüft das Institut Fresenius die Wasserqualität. Die Stadt gibt dafür bis zu 20.000 Euro aus.
Die Gebühren für Trinkwasser werden im kommenden Jahr um zwei Cent pro Liter erhöht. Damit kostet der Kubikmeter 2,70 Euro statt bisher 2,50 Euro.
Von außen sieht das grün-braun gekachelte, in die Jahre gekommene Wasserhäuschen im Wald bei Elhalten aus wie jedes andere. Doch was sich im Inneren verbirgt, ist modernste Technik, die Bewohnern aus drei Ortsteilen zu Gute kommt: Die Stadt hat für 30.000 Euro eine UV-Anlage einbauen lassen, die das Trinkwasser desinfiziert und Chlorungen überflüssig macht. Seit dieser Woche ist sie im Einsatz.
„Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagt der städtische Wassermeister Harald Mager bei einem Rundgang durch das Hochwasserbecken. Die Wasserqualität aus den beiden Brunnen in Elhalten sei sogar hervorragend. Sehr weich und besonders lecker. „Jeder würde es gerne haben“, betont er. Mit dem Wasser aus den beiden Tiefbrunnen – einer ist 80, der andere etwa 100 Meter tief – werden nur die Haushalte in Elhalten, Vockenhausen und Niederjosbach beliefert.
Wenn dort ein Bewohner den Wasserhahn aufdreht, wird das Wasser aus den Brunnen im Tal über zwei neue Stahlleitungen auf den Berg ins Wasserhäuschen und in die Röhre mit den zwei UV-Lampen gepumpt. Mit 170 bis 200 Watt pro Quadratmeter bestrahlen sie das vorbeifließende Wasser. Rund 42 Kubikmeter rauschen pro Stunde durch und werden so gefiltert, erklärt Harald Mager. Danach geht es weiter in die großen Tanks zur Entsäuerung und schließlich zu den Haushalten. Mit einem Härtegrad von etwa 6,8 können sich die Bürgerinnen und Bürger über weiches Wasser freuen.
Alles funktioniert automatisch. Wenn vermehrt Bakterien auftreten oder die Leistung der Lampen nachlässt, bekommt Wassermeister Mager eine SMS auf sein Handy, in der der Störfall beschrieben wird. Danach kann er handeln. Ausgesendet wird das Signal von einem kleinen, grauen Kasten in der Schaltzentrale des Hochwasserbeckens. Die Fernüberwachungsanlage sendet zudem den Wasserstand und alle anderen Funktionen ständig an die Stadtwerke in Bremthal. Die beiden Speicherbecken umfassen je 225 Kubikmeter Wasser. Etwa ein Drittel des momentan rund acht Grad kalten Wassers dient als Brandreserve.
Mit der neuen Anlage in dem rund 30 Jahre alten Hochbecken sind die Zeiten vorbei, in denen es beim Aufdrehen des Wasserhahns nach Schwimmbad roch, sagt der Erste Stadtrat Alexander Simon (CDU). Die UV-Technik mache Chlor und andere Chemikalien zur Bakterienbekämpfung überflüssig. Vor gut zwei Jahren hatte ein dauerhaft gechlortes Wasser vor allem den Niederjosbachern gestunken. Kolikeime aus dem Kot von Kühen, die in der Nähe der Brunnen weideten, machten die Chlorung notwendig.
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