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15. Januar 2013

Eschborn: Das Dach ist wieder dicht

 Von Jöran Harders
Nicht nur das Dach, auch der Anstrich der Kirche ist neu.  Foto: Martin Weis

Die Renovierung der evangelischen Kirche hat 550.000 Euro gekostet und wird nun voraussichtlich 80 Jahre halten, nicht nur das Dach, sondern auch der Anstrich, die Turmuhr und die Holzdecke wurden erneuert.

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Die Kirche

Bis 1622 gab es in Eschborn eine dreischiffige Basilika, die damals zum größten Teil durch einen Brand zerstört wurde. 1624 begann man mit dem Wiederaufbau der evangelischen Kirche in ihrer heutigen Form. Der 36 Meter hohe Kirchturm gehört zum ältesten Teil der Kirche.

Die Orgel von 1861 stammt von dem Orgelbauer Friedrich Voigt aus Igstadt bei Wiesbaden. Die Orgelpfeifen, die im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen wurden, wurden 1922 ersetzt. Neue Glocken bekam die Kirche im Jahr 1950, nachdem zwei der drei Glocken im Zweiten Weltkrieg zum Einschmelzen abgegeben werden mussten.

Für die Renovierung der Kirche sammelt die Gemeinde Spenden, die auf das Konto Nr. 404551, BLZ 50050101, überwiesen werden können.

Dass das Dach der Eschborner Kirche neu gedeckt werden musste, das war bereits bei einer Untersuchung vor vier Jahren offensichtlich, als ein Sachverständiger die Schiefereindeckung mit einer Arbeitsbühne in Augenschein genommen hat.

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„Die Dacheindeckung war schon damals nicht nur völlig marode, sondern auch nicht mehr hundertprozentig regendicht“, sagt Walter Wentzell, Vorsitzender des Bauausschusses der evangelischen Kirchengemeinde, die schließlich im Juli 2012 mit der Renovierung ihrer Kirche begonnen hat.

Komplett Renovierung

Wenn noch länger gewartet worden wäre, hätte Eschborns ältestes Gebäude eventuell ernsten Schaden nehmen können. Erste Regenwasserflecken an der 1926 von dem Kirchenmaler Otto Linnemann bemalten Holzdecke waren im Innenraum des Kirchenschiffs bereits sichtbar − und nachdem die alten Schieferziegel abgedeckt waren, zeigte es sich, dass ein Teil der Dachbalken durch Feuchtigkeit angegriffen war und einige schon völlig verfault waren. Für die Handwerker war die Arbeit in mehrfacher Hinsicht eine besondere Herausforderung, erzählt Wentzell. „Zum einen war es beim Abtragen der Ziegel an manchen Tagen über 30 Grad heiß, zum anderen erfordert die sogenannte altdeutsche Schieferdeckung von den Dachdeckern besondere Kunstfertigkeit.“ Diese Verlegungsart, die beim Dach des Kirchenschiffs und des Turms angewendet wurde, gilt als schön, aber handwerklich anspruchsvoll.

550.000 Euro hat die Kirchenrenovierung insgesamt gekostet; erneuert wurden nicht nur das Dach, sondern auch der Anstrich von innen und außen, die Zifferblätter der Turmuhr und die elektrischen Leitungen. Um die Bemalung der Holzdecke kümmerte sich ein Restaurator, der Wetterhahn und die Tonne auf dem Kirchturm bekamen eine neue Vergoldung. Auch wenn die Kirche durch all diese Arbeiten viel schöner geworden ist, war das nicht das vorrangige Ziel der Renovierung. „Die Renovierung war notwendig, um das Gebäude, dessen Turm jahrhundertelang das Ortsbild prägte und als Wahrzeichen von Eschborn galt, für kommende Generationen zu erhalten“, betont Wentzell.

Ungefähr 80 Jahre werde das neue Dach voraussichtlich halten. Und weil alle anderen anstehenden Erneuerungsarbeiten im Zuge der Dachdeckung gleich miterledigt worden sind, habe die Kirchengemeinde, was Renovierungskosten für die Kirche angehe, „jetzt erst einmal Ruhe“.

Bürger beteiligen sich an den Kosten

Rund 40.000 Euro der Kosten für die jetzt abgeschlossene Rundum-Sanierung musste die Gemeinde aus eigenen Mitteln aufbringen, die Kirchenverwaltung in Darmstadt hat 157.000 Euro beigesteuert.

Den Anteil für den Kirchturm hat die Stadt Eschborn komplett übernommen: Seit dem Mittelalter kommen die Bürger für die Unterhaltung des Turms auf, weil sich an ihm in früheren Zeiten die einzige öffentliche Uhr befand und die Glocken die Bewohner Eschborns nicht nur zum Gottesdienst riefen, sondern auch vor Gefahr warnten. Seit zwei Wochen kann die evangelische Kirche, die während der Bauarbeiten geschlossen werden musste, nun wieder genutzt werden.

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