Aktuell: Schicksal von Tugçe A. | RMV sperrt S-Bahn-Tunnel | Polizeimeldungen Frankfurt/Rhein-Main | Eintracht Frankfurt

Main-Taunus
Lokal-Nachrichten aus dem Taunus

29. November 2012

Eschborn: Neun Millionen für die Stadtmitte

 Von Torsten Weigelt
Der Bürgermeister möchte die Neue Mitte erwerben und der Stadt auch sonst ein Immobilienvermögen verschaffen. Foto: Martin Weis

Das Gemeinnützige Wohnungsunternehmen Eschborn (GWE) soll die Gebäude in der Neuen Stadtmitte von Investor Henry Faktor übernehmen. Stadt und Faktor haben sich schon auf eine Kaufsumme geeinigt.

Drucken per Mail

Das Gemeinnützige Wohnungsunternehmen Eschborn (GWE) dürfte bald Eigentümer der Neuen Stadtmitte sein. Diese hat Investor Henry Faktor zwar erst im Herbst 2009 eröffnet – mit der Vorgabe, das Ensemble mit Geschäften, Büros und Wohnungen gegenüber dem Rathaus 20 Jahre lang nicht zu veräußern. Doch nun will er die Immobilie, die ihn nach eigenen Angaben 20 Millionen Euro gekostet hat, möglichst schnell wieder loswerden. Und die städtische Tochtergesellschaft GWE soll nach dem Willen des Magistrats zugreifen.

Die Stadtregierung hat beschlossen, dafür das Eigenkapital der kommunalen Gesellschaft aus Haushaltsmitteln um zwei Millionen Euro aufzustocken. Insgesamt habe sich die Stadt mit einem Beauftragten des Investors auf eine Kaufsumme von 8,9 Millionen Euro geeinigt, teilte Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU) gestern auf Anfrage der FR mit. „Der Preis ist mehr als fair“, findet er. Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten hatte einen Wert von 9,6 Millionen Euro für die Immobilie an der Ecke Kurt-Schumacher-/Unterortstraße ermittelt.

Das Grundstück gehört ohnehin noch der Stadt. Sie hatte es via Erbbauvertrag an Faktor verpachtet, für 58000 Euro pro Jahr. Diese Einnahme würden bei einem Kauf durch die GWE künftig wegfallen. Für die Freien Wähler (FWE) ein fragwürdiges Geschäft. „Warum plant der Bürgermeister, künftig auf die Pacht zu verzichten und dafür eine Geschäftsimmobilie zu erwerben, die sich kaum rechnet?“, fragt FWE-Sprecher Bernd Kuhn. Zudem habe die Stadt dem Investor bereits 2,8 Millionen Euro für die Tiefgarage mit 155 Stellplätzen gezahlt.

"Ein gutes Geschäft"

Wilhelm Speckhardt hingegen sieht in dem geplanten Deal – das Stadtparlament muss noch zustimmen – ein gutes Geschäft. Er rechnet vor: Abzüglich der Erbpacht könne das Gemeinnützige Wohnungsunternehmen rund 500.000 Euro pro Jahr bei den Mieten erlösen. Davon gehen etwa 200.000 Euro an Zinsen ab – für die Kredite, mit denen das GWE die restliche Kaufsumme finanzieren muss. „Zu derzeit sehr günstigen Konditionen“, wie Speckhardt betont. Und auch wenn man noch die Tilgung berücksichtige, „geht die Rechnung auf“.

Ohnehin hat der Bürgermeister vor, die hohen Rücklagen der Stadt stärker in Steine zu investieren. „Wir sollten uns ein Immobilienvermögen schaffen“, sagt der Bürgermeister mit Blick auf den wackligen Euro. Deshalb will er das bislang eher im Schatten agierende GWE deutlich aufwerten. Neben der Stadtmitte soll es auch die Seniorenimmobilie in Niederhöchstadt erwerben. „Und wir können auch über neue Sozialwohnungen nachdenken“, findet der Rathauschef.

Ein wenig unklar ist, warum Investor Faktor die Stadtmitte nun so dringend loswerden möchte. Dazu wollten weder er noch seine Mitarbeiter der Plan Plus Faktor GmbH gestern etwas sagen. So richtig glücklich ist er mit dem Projekt von Anfang an nicht geworden. Kosten und Bauzeit liefen aus dem Ruder. Statt der geplanten 14 Millionen wurden am Ende 20 Millionen Euro fällig. Ein Teil des Management-Teams musste gehen und die Stadtmitte öffnete erst im Herbst 2009, ein halbes Jahr später als geplant.

Zur Homepage
comments powered by Disqus
Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie bitte auf das orange Symbol.

Regionale Startseite

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Anzeigenmarkt
FR-Online

Mit unserem neuen Umschalter im Seitenkopf oben rechts können Sie das Geschehen in Frankfurt und Rhein-Main höher gewichten. Probieren Sie's aus!

Twitter
Umfrage

Die FR möchte auch nach wissenschaftlichen Maßstäben das Gerechtigkeitsempfinden erforschen. Dabei setzen wir auf Sie, liebe Leserinnen und Leser - und Ihre Beteiligung an einer wissenschaftliche Studie der Universität Köln.

Top Stellenangebote
11
Online-Kataloge
<
Anzeige
Sonderheft

Die Siebziger sind die Frankfurter Jahre. Von hier aus strahlt in die Republik, was das Jahrzehnt bestimmt: das Aufbegehren der Jugend, der Häuserkampf in und ums Westend, die terroristische Bedrohung der RAF - und die Flügelzange der Eintracht mit Grabowski und Hölzenbein.

FR-Geschichte: 70er Jahre in Frankfurt

Unser Sonderheft blickt zurück, dokumentiert Originaltexte und zeigt das Jahrzehnt in Bildern.

Spezial

Knapp 700.000 Besucher jährlich. Und eine TV-Sendung gibt es auch über den Tierpark. Da lauert Erzählstoff!

Spezial
Alexander Kraft

Raus - und aufs Bike! Alexander Kraft präsentiert die FR-Mountainbike-Routen abseits der berüchtigten "Biker-Autobahnen".

Spezial

Der Ausbau des Flughafens ist in der Region heftig umstritten. Die FR-Serie informiert über die Landebahn.

ANZEIGE
- Partner