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27. Dezember 2011

Flörsheim/Hochheim: "Das ist nicht zu ertragen"

 Von Andrea Rost
Die neuen Transparente werden bald aufgehängt.  Foto: Michael Schick

Neue Initiative fordert Stilllegung der Nordwest-Landebahn

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Stimmgewaltig haben sie ihrer Wut Luft gemacht: „Stille Nacht, heilige Nacht, Deutschland schläft, wir sind wach; 300 Flieger, die Nerven sind blank; das Haus ist wertlos, die Lunge wird krank. Lasst uns endlich in Ruuuuh. Macht die Landebahn zu“, sangen Tausende bei letzten Montagsdemo vor Weihnachten auf dem Frankfurt Flughafen.

An Heiligabend hatten die Flörsheimer und Hochheimer noch mal Glück. Bei Ostwind blieben die Bürger beider Städte von landenden Flugzeugen verschont. „Dafür waren die startenden Maschinen an Weihnachten besonders laut“, berichtete Carola Gottas der Frankfurter Rundschau. Überflüge mit einer Lautstärke von bis zu 80 Dezibel wies der Deutsche Fluglärmdienst in seiner Statistik aus.

Carola Gottas ist eine der beiden Sprecherinnen der vor knapp fünf Wochen gegründeten BI Flörsheim/Hochheim. Sie wohnt mit ihrer Familie in Flörsheim in der Einflugschneise; landende Flugzeuge mit aufgeblendeten Scheinwerfern und ausgeklapptem Fahrwerk fliegen nur wenige Meter neben ihrem Küchenfenster auf die Nordwestbahn zu.

„Als BI geht es uns darum, die vom Fluglärm Betroffenen in der ganzen Rhein-Main-Region zusammenzuhalten“, sagt Carola Gottas. Besonders eng ist die Verbindung zur Nachbarstadt Hochheim, wo die landenden Flugzeuge seit Inbetriebnahme der Nordwestbahn in knapp 500 Metern Höhe über die Häuser donnern. „Als wir am 23. Oktober vom Urlaub zurückgekommen sind, hab’ ich gedacht, hier ist Krieg“, sagt Birgit von Stern, ebenfalls Sprecherin der neuen BI. Sie und ihr Mann wohnen in der Hochheimer Altstadt. Fluglärm sind sie gewohnt. „Aber das, was wir bei Ostwind hier erleben, ist eine neue Dimension“, sagt von Stern. „Das ist nicht zu ertragen.“

Die Bürgerinitiative Flörsheim/Hochheim fordert ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr und eine Stilllegung der neuen Landebahn. Über 250 Bürger hätten sie bereits in ihrem E-Mail-Verteiler berichten Gottas und von Stern. Auch wenn die Initiative öffentlich auftritt, ist die Resonanz groß. „Die Leute sind dankbar, dass sie mit ihrer Angst nicht alleine stehen“, sagt Birgit von Stern. Anders als der Verein Für Flörsheim und der Hochheimer Verein für Lebensqualität und gegen Fluglärm, die beide auf die juristische Auseinandersetzung setzen, zielt die BI darauf ab, Bürger im Kampf gegen Fluglärm zu mobilisieren. „Jetzt helfen nur noch der Protest der Massen und die Präsenz auf der Straße etwas“, glaubt Birgit von Stern.

Für den 6. Januar ist ein Protestmarsch in Flörsheim angekündigt. Am 16. Januar soll die nächste Montagsdemo im Flughafenterminal stattfinden. Mit Transparenten an den Ortseingängen machen demnächst beide Städte auf die neue Dimension der Lärmbelastung aufmerksam. „Der Himmel gehört nicht Fraport“ ist darauf zu lesen.“

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