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Hanny-Franke-Ausstellung: Der Mensch hinter den Bildern

Eine Ausstellung im Museum am Eschenplatz zeigt erstmals persönliche Bilder und Dokumente des Eschborner Künstlers Hanny Franke.

Totenmaske von Hanny Franke
Totenmaske von Hanny Franke
Foto: Michael Schick

Sein letztes Bild konnte er nie vollenden. Gesicht und Oberkörper sind schon mit feinen Pinselstrichen gemalt, der grüne Bewuchs im Hintergrund ist angelegt. Doch dann fehlte dem Maler die Kraft, sein Werk fertig zu stellen. Am 15. Januar 1973 starb Hanny Franke. Seine letzte Ruhe fand er auf dem Eschborner Friedhof.

Zehn Jahre zuvor war Franke nach Eschborn gezogen. Auch seine Frau lebte bis zu ihrem Tod hier. In dieser Zeit entwickelte sich eine enge Verbundenheit mit der Stadt. Nach Frankes Tod erwarb diese von der Witwe den gesamten Nachlass des Künstlers. Im Keller des Museums schlummern rund 500 Bilder, Dokumente und persönliche Gegenstände von ihm.

Der Künstler

Johann Emil Franke, genannt Hanny Franke, wurde 1890 in Koblenz geboren und starb 1973 in Frankfurt am Main.
Die Landschaftsmalerei war sein Genre. Hanny Franke malte in der Tradition der Kronberger Malerkolonie.
Seine Ölgemälde zeigen auch Motive aus Eschborn, darunter den Westerbach, Wiesen und die Bachaue. aro

Ein Teil dieser Schätze wird ab heute, Dienstag, 21. September, der Öffentlichkeit präsentiert. Die Ausstellung „Ein Künstlerleben“ zeigt eine Auswahl, die den Besuchern eine Annäherung an den Menschen hinter den Bildern erlauben soll.

Wie das unvollendete Bild wird alles hier erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Da ist die gipserne Totenmaske von Franke. Da ist ein Zeichenheft von dem neunjährigen Schüler Hanny Franke. Die skizzierten Tiere zeigen schon deutlich das Talent des Malers. Da sind Fotos, die den Maler bei der Arbeit an seinen Lieblingsplätzen zeigen: Mit einer Staffelei draußen im Grünen, immer elegant gekleidet und mir Hut und Pfeife.

Hanny Franke gehörte zu den wenigen Glücklichen unter den Künstlern, deren Werk schon zu Lebzeiten so gefragt war, dass sie vom Verkauf leben konnten. War ein Bild verkauft, gab es Champagner, sonst begnügten er und seine Frau sich auch mal mit Brot und Zwiebelringen.

Franke war ein geselliger Mensch, das sieht der Besucher auf den Bildern sehr schnell. Archäologie war eine seiner Leidenschaften, er war bei zahlreichen Ausgrabungen mit dabei, legte Hand an oder hielt die Ausgrabungsszenen auf Papier fest. Selbst Frankes eng beschriebenes Tagebuch ist hier zu sehen. Es erzählt von den Erlebnissen, dem Alltag und den Beobachtungen des Künstlers.

Im Tagebuch von Hanny Franke dürfen die Besucher der Ausstellung nicht blättern. Dafür hängt eine Auswahl von Zitaten an der Wand. Mehr aus dem Leben des Malers wird die Öffentlichkeit noch in diesem Jahr erfahren: Ein Buch über ihn und sein Werk soll in Kürze von der Stadt Eschborn veröffentlicht werden.

Wer durch die Ausstellung Lust auf mehr bekommt, muss in dem Museum nur eine Etage höher steigen. Hier wird in einer Dauerausstellung eine Auswahl der fast fotografisch genauen Gemälde Frankes gezeigt.

Die Ausstellung Hanny Franke – Ein Künstlerleben wird heute, 21. September im Museum, Eschenplatz 1, eröffnet. Die persönlichen Bilder und Dokumente des Künstlers können noch bis zum 30. November mittwochs und samstags von 15 bis 18 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr besichtigt werden.

Autor:  Gesa Fritz
Datum:  20 | 9 | 2010
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