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Hilfe beim Älterwerden

Kelkheim Stadt führt aufsuchende Seniorenarbeit ein

Ältere Menschen, die weder in Vereinen gebunden noch im Kirchenleben aktiv sind und auch sonst kaum in die Öffentlichkeit gehen, fallen oft durchs Raster, wenn sie Hilfe und Unterstützung im Alltag brauchen. Die Stadt Kelkheim will das nun ändern. Zum 1. März nimmt die aufsuchende Seniorenarbeit ihre Tätigkeit im Rathaus auf.

60000 Euro – je zur Hälfte von der Stadt und vom Main-Taunus-Kreis finanziert – stehen für die neue Beratungsstelle „Älter werden in Kelkheim“ zur Verfügung. Eine volle Stelle sei zusätzlich eingerichtet worden, berichtete Erster Stadtrat Dirk Westedt (FDP) unlängst vor der Presse. Susanne Stehlmann und Carmen Gritschke teilen sie sich. Beide sind ausgebildete Sozialarbeiterinnen, haben diverse Zusatzausbildungen und sind erfahren in der Arbeit mit älteren Menschen. Die beiden Frauen haben bisher in Frankfurt Senioren betreut, und wissen, wie wichtig die Vernetzung der Angebote ist: die Pflegedienste der Sozialstationen und private Dienste müssten mit ins Boot, die ehrenamtlichen Helfer der „Kelkheimer Heinzelmännchen“, das städtische Sozialamt und das Kreissozialamt, zählt Carmen Gritschke auf.

„Wir brauchen sozusagen einen Systemschluss zwischen Sozialamt, Vereinen und Pflegediensten“, sagt Dirk Westedt. Darüber hinaus seien die hauptamtliche Mitarbeiter der Beratungsstelle auf die Mithilfe von Angehörigen, Freunden und Nachbarn der älteren Menschen angewiesen. „Es geht nicht darum, jemanden zu denunzieren“, sagt Susanne Stehlmann. „Aber wir sind für Hinweise dankbar. Wir fragen dann immer erst mal nach, ob unsere Hilfe auch gewünscht ist, und ob wir mal vorbei kommen dürfen.“

Ein paar Einsätze hatten die beiden Frauen schon in Kelkheim. Von der Messie-Wohnung bis zum demenzkranken Senior, der Hilfe beim Ausfüllen eines Formulars braucht reicht die Bandbreite ihrer Arbeit. Rund 6000 Über-65-Jährige leben zurzeit in Kelkheim und den Stadtteilen Fischbach, Ruppertshain und Eppenhain. „Die Leute sind meistens sehr dankbar, wenn wir unsere Hilfe anbieten“, sagt Gritschke. „Wir drängen uns nicht auf. Oft reicht ein Gespräch, und alles ist geregelt. Manches Mal sind wir auch Kummerkasten über längere Zeit.“

Die Sprechstunden der Beratungsstelle „Älter werden in Kelkheim“ sind Dienstag von 9 bis 12 Uhr und Donnerstag von 16 bis 18 Uhr im Rathaus. Termine gibt es auch in den Sozialstationen und in den Stadtteilen. Mehr Informationen unter Telefon 06195/803821.

Autor:  Andrea Rost
Datum:  21 | 2 | 2012
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