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23. Oktober 2012

Hofheim: Anschluss an die Moderne

 Von Andrea Rost
"Zwischen Abstraktion und Informel". Foto: Michael Schick

Das Stadtmuseum zeigt eine Doppelausstellung „Zwischen Abstraktion und Informel“ mit Werken der beiden Hofheimer Künstler Siegfried Reich an der Stolpe und Günter Schulz-Ihlefeldt.

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Das Stadtmuseum zeigt eine Doppelausstellung „Zwischen Abstraktion und Informel“ mit Werken der beiden Hofheimer Künstler Siegfried Reich an der Stolpe und Günter Schulz-Ihlefeldt.

Die beiden Künstler sind im selben Jahr – 1912 – geboren. Und sie haben beide einen Gutteil ihres Lebens in Hofheim verbracht. Anlässlich ihres 100. Geburtstags zeigt das Stadtmuseum jetzt eine Doppelausstellung: Unter dem Titel „Zwischen Abstraktion und Informel“ sind Werke von Siegfried Reich an der Stolpe und Günter Schulz-Ihlefeldt zu sehen.

Die Kunsthistorikerin Ursula Teschner hat die Exponate für die Schau zusammengestellt: Arbeiten, die den Weg und den Anschluss der beiden Künstler an die internationale Moderne nach 1945 dokumentieren – Frühwerke ebenso wie Arbeiten aus den späten Schaffensjahren.

Programm

Die Sonderausstellung „Zwischen Abstraktion und Informel“ ist bis zum 17. Februar kommenden Jahres im Stadtmuseum Hofheim, Burgstraße 11, zu sehen.

Führungen mit Ursula Teschner gibt es im Zwei-Wochen-Rhythmus jeweils sonntags. Nächster Termin ist am 4. November, 11.15 Uhr. Abendführungen beginnen immer am 1. Dienstag im Monat um 20 Uhr. Eine Kinderführung beginnt am 4.November um 15 Uhr.

Vorträge in der Reihe „Freitag Abend im Museum“ halten Otfried Schütz (2. November, 20 Uhr) und der Architekt Ulrich Domnick (11. Januar 2013, 20 Uhr).

Mehr Infos über Workshops für Kinder und Erwachsene sowie Angebote für Schulklassen unter www.hofheim.de

Einiges haben Siegfried Reich an der Stolpe und Günter Schulz-Ihlefeldt in ihren Biografien gemeinsam: Studium der Malerei, Teilnahme am Zweiten Weltkrieg, Gefangenschaft, Neubeginn in Frankfurt, Förderung durch die Hofheimer Malerin, Galeristin und Mäzenin Hanna Bekker vom Rath; an anderen Punkten ihres Lebensweges unterschieden sie sich: Siegfried Reich an der Stolpe starb 2001 mit 89 Jahren in Spanien und hinterließ ein umfangreiches Werk, während Günter Schulz-Ihlefeld nach fünf Jahren in russischer Gefangenschaft und einem schwierigen Neubeginn in einer völlig veränderten Kunstlandschaft nur 54 Jahre alt wurde.

Günter Schulz-Ihlefeldt lebte seit 1949 mit seiner Frau, der Malerin Friedel Schulz-Dehnhardt in Hofheim. Schon 1948 hatte er an der Pestalozzi-Schule mit Russland-Bildern auf Feldpostbriefen an einer Ausstellung Hofheimer Künstler teilgenommen. Er wollte das Unsichtbare hinter der Form erfühlen und in seiner Malerei sichtbar machen.

1961 nach Spanien

Das wesentliche Kriterium war für ihn die Ausdrucksintensität eines Bildes. Bis Ende der 50er Jahre unterrichtet er an mehreren Schulen Kunst und Werken. Als Gast beteiligte er sich an Ausstellungen der „Freien Gruppe Hofheim“.

Siegfried Reich an der Stolpe hatte schon kurz nach seiner Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft Verbindung zu Hanna Bekker vom Rath und stellte in ihrem ersten Kunstkabinett aus. Kontakte mit der Zimmergalerie Franck und zur Kunstgruppe des Informel CoBrA ließen seine Bilder expressiver, die Farben intensiver werden. 1952 übernahm er das Haus mit Wohnung und Atelier von Ernst Wilhelm Nay in Hofheim, später arbeitete er als Lehrer an der Fotoschule von Marta Hoepffner, übernahm außerdem Aufträge für Kunst am Bau wie Fresken oder Mosaiken an Hausfassaden oder Glasfenster. 1961 zog er nach Spanien, der Kontakt nach Hofheim riss aber nie ab.

Die Ausstellung im Hofheimer Stadtmuseum zeigt 60 Arbeiten der beiden Künstler, neben groß- und kleinformatigen Malereien und Zeichnungen sind auch Collagen zu sehen. Die Exponate stammen aus der städtischen Bildersammlung sowie von zahlreichen privaten Leihgebern.

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