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Hofheim: Besuch aus Burkina Faso

Hofheim will freundschaftliche Beziehungen zu Tenkodogo in Burkina Faso aufbauen. Dessen Bürgermeister guckt sich derzeit in der Kreisstadt um. Von Barbara Helfrich

Bürgermeister Alassane Zakané aus Tenkodogo schreibt ins Goldene Buch der Stadt Hofheim. Mit dabei: Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Vater und Erster Stadtrat Wolfgang Exner (beide CDU).
Bürgermeister Alassane Zakané aus Tenkodogo schreibt ins Goldene Buch der Stadt Hofheim. Mit dabei: Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Vater und Erster Stadtrat Wolfgang Exner (beide CDU).
Foto: FR/Schick

Wenn Bürgermeister Alassane Zakané einen Wunsch frei hätte, dann wäre es eine Schule für jedes der 83 Dörfer, die zu Tenkodogo gehören. Davon sei die Stadt in Burkina Faso noch weit entfernt: "Manche Kinder müssen 20 Kilometer zum Unterricht laufen." Schulpflicht gebe es nur auf dem Papier.

Bürgermeister Zakané war für zwei Tage auf Besuch in der Kreisstadt. Er lernte die Verwaltung kennen, die sich von Tenkodogos Rathaus mit vier Mitarbeitern grundsätzlich unterscheidet. Zu Gast war er außerdem in der Pestalozzi-Schule und beim Müllentsorger Meinhardt.

Kontakte zu Tenkodogo hat Hofheim über seine französische Partnerstadt Chinon, die schon seit drei Jahrzehnten mit Tenkodogo verschwistert ist. Vor etwa 20 Jahren hatten Hofheim und Chinon gemeinsam Entwicklungshilfe geleistet. Für ein Gymnasium finanzierten sie Klassenräume. Geld kam auch von den Gewerbevereinen der beiden europäischen Städte.

Keine Hilfe aus Steuergeld

Dann schliefen die Beziehungen zu Tenkodogo ein. Nun sollten sie wiederbelebt werden, sagte Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Vater (CDU), als sich Zakané am Dienstagabend in das Goldene Buch der Stadt eintrug. "Aber es wird sehr schwierig, öffentliche Gelder dafür frei zu machen", betonte Vater.

Dass kein Euro aus der Stadtkasse für Tenkodogo fließen soll, hat das Hofheimer Stadtparlament bereits beschlossen, auf Initiative der FDP. Für den Empfang von Bürgermeister Zakané wurde eine Ausnahme gemacht.

Bürgerengagement ist also die Säule, auf die sich die Tenkodogo-Hilfe stützen muss. Zu einem Dialogforum Ende März kamen mehr als 50 Interessierte. Im Juni wird sich ein Verein für die Tenkodogo-Kontakte gründen. Geld will er unter anderem mit dem Verkauf von afrikanischem Kunsthandwerk einnehmen.

Neben der Bildung ist die Wasserversorgung eines der Probleme von Bürgermeister Zakané. Zwischen März und Mai sei es besonders trocken, berichtete er. Die Frauen seien dann sogar nachts zu den weit entfernten Wasserstellen unterwegs. Nicht in allen Dörfern gebe es Brunnen, laut Gesetz würden Bohrungen nach Wasser nur in Orten mit mehr als 300 Einwohnern bezuschusst. Doch viele Dörfer in Tenkodogo seinen kleiner. Oft fehlten auch Toiletten und selbst die Kernstadt sei nur zu vier Prozent an den Kanal angeschlossen.

Für die etwa 130 000 Einwohner Tenkodogos gibt es nur zwölf medizinische Stationen. Jeder zehnte Säugling stirbt vor seinem ersten Geburtstag. Abhilfe ist schwer, bei einem städtischen Jahresetat von 300 000 Euro. Haupteinnahme sind laut Zakané Abgaben von Markthändlern. Hinzu kommen Bußgelder, die Viehbesitzer zahlen müssen, wenn ihre Tiere umherstreunen.

Autor:  Barbara Helfrich
Datum:  20 | 5 | 2010
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