Es war eine Debatte mit heiterem, versöhnlichem Ende. Die SPD überreichte Frank Härder am Montagabend im Bauausschuss einen Bund Mohrrüben - für seinen Stoffhasen. Den hatte der CDU-Chef von der Firma Ikea bekommen, als scherzhafte Anspielung darauf, dass Härder die vom Ikea-Tochterunternehmen Boklok geplanten Reihenhäuser als Hasenställe bezeichnet hatte. "Behelfsbaracken aus der Nachkriegszeit" war ein anderer Vergleich, mit dem der Architekt Härder in den vergangenen Wochen bundesweit in der Presse war.
Als in der vorigen Woche in Wallau das Musterhaus präsentiert wurde, ruderte Härder zurück, nannte das Konzept für ein preiswertes Haus für junge Familien "interessant". Er habe zunächst scharfe Kritik an dem Projekt geübt, weil die Reihenhäuser auf der schwarz-weiß kopierten Parlamentsvorlage "schauerlich" ausgesehen hätten, begründete Härder. Deshalb habe die CDU das Projekt im Stadtparlament gestoppt und an den Bauauschuss zurückverwiesen.
Farbbilder seiner Pläne präsentiert Boklok allerdings seit Wochen im Internet, auch in diversen Zeitungen und Zeitschriften waren sie zu sehen. Im Ausschuss zeigte sie noch einmal Wolfgang Fuchs, Vorstandsmitglied des Unternehmens Bien Zenker, das der deutsche Lizenznehmer der schwedischen Firma Boklok ist. Für Projekte in Wiesbaden-Auringen und Offenbach-Waldheim startet im April der Verkauf, Langenhain soll folgen.
18 Reihenhäuser sind am Ortsausgang in Richtung Hofheim vorgesehen, einer dafür nötigen Änderung des Bebauungsplans stimmte der Bauausschuss jetzt einstimmig zu. Die Stadt will ein Grundstück von 4300 Quadratmetern an Bien Zenker verkaufen. Dass die Fläche "schon seit Jahren auf dem Markt ist" , schrecke Bien Zenker nicht, so Wolfgang Fuchs. Die Nachfrage sei enorm. "Das überrennt uns gerade." Er räumte aber auch ein, dass das schwedische Wohnkonzept polarisiere: "50 Prozent der Leute mögen es, die anderen nicht."
Die Häuser will Bien Zenker um eine Anliegerstraße gruppieren, das Areal soll nicht in Einzelgrundstücke aufgeteilt werden, sondern den Hauseigentümern gemeinsam gehören. Wer ein Boklok-Haus wähle, entscheide sich auch für eine Gemeinschaft mit den Nachbarn, so Fuchs. Wie viel die Häuser in Langenhain kosten, will der Bauträger erst nach Zustimmung des Stadtparlaments öffentlich machen. In Offenbach liegen die Preise zwischen 180000 und 250.000 Euro.
Im Ausschuss wurde intensiv darüber diskutiert, dass die Boklok-Häuser anstatt eines Kellers Abstellhütten außerhalb haben.

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