Für Kriftels Bürgermeister Christian Seitz (CDU) ist das endgültige Aus für die B 8 "ein positives Signal". In der vorigen Woche hat die Regionalversammlung Südhessen die Pläne für die Umgehungsstraße bei Kelkheim und Königstein beerdigt.
Die Entscheidung zeige: "Es muss abgewogen werden." Darauf hoffe auch die Gemeinde Kriftel, die seit Jahrzehnten gegen die Hofheimer Umgehungsstraße B 519 kämpft, sagte Seitz.
Den Ausschlag für das Nein zur B 8 gab der Umweltschutz. Der steht laut Seitz bei der B 519 zwar nicht im Vordergrund: "Aber auch Menschen und Sportplätze brauchen Schutz." Für die B 519 läuft derzeit das Planfeststellungsverfahren. Laut Seitz plant das Regierungspräsidium Darmstadt (RP) für das zweite Quartal 2010 den Erörterungstermin, bei dem es um die Einwendungen gegen das 45-Millionen-Projekt geht. 6000 Krifteler und mehr als 1000 Hofheimer hatten im vorigen Jahr schriftliche Stellungnahmen gegen die B 519 beim RP eingereicht.
Ariane Tüchelmann, Sprecherin der Hofheimer Bürgerinitiative gegen die B 519 (BI), begrüßt das Aus für die B 8 ebenfalls. Auch die in Hofheim geplante Umgehungsstraße sei mit dem Naturschutz nicht vereinbar. Auf dem Hochfeld würden "wertvolle Ackerflächen" versiegelt und ein wichtiges Naherholungsgebiet würde verschwinden, sollte die neue Trasse gebaut werden. Interessant ist aus ihrer Sicht, dass Johannes Baron (FDP) als Kelkheims Erster Stadtrat die B 8 stets befürwortet hatte, als neuer Regierungspräsident in Darmstadt aber zu einer anderen Einschätzung kam. "Ein solches Umdenken ist möglich."
Aus ihrer Sicht müssen die Pläne für die B 519 ohnehin komplett überarbeitet werden, unter anderem weil einige Marxheimer Straßen in den Unterlagen fehlen. "Das treibt die Kosten noch einmal in die Höhe", sagt Tüchelmann. Doch darauf, dass die B 519 an den Geldnöten der öffentlichen Hand scheitern könnte, will die BI nicht bauen. Den Planfeststellungsbeschluss zu verhindern, sei das Ziel, sagt Tüchelmann: "Damit die Straße ein für alle Mal vom Tisch ist."
Dass die B 8 gekippt wurde, sei noch kein Indiz, dass es der B 519 ebenso ergehen könnte, sagt Marianne Knöss, in Hofheims Stadtparlament Fraktionsvorsitzende der Gohl, die in der Kreisstadt als einzige Partei gegen die Umgehungsstraße ist. Doch dass sich das RP viel Zeit nehme, um die B-519-Pläne zu prüfen "stimmt uns zuversichtlich", sagt Knöss: "Da soll offenbar nichts schnell durchgepeitscht werden. Wir hoffen, dass auch bei der B 519 wie bei der B 8 die Vernunft siegt."
Stang sieht keine Parallele
Keine Parallelen zwischen B 8 und B 519 sieht die Hofheimer Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD). Das Aus für die B-Planungen sei zu erwarten gewesen, sagte sie der FR. "Der Eingriff in die Natur wäre ein viel größerer gewesen als beim Bau der neuen Trasse für die B 519." Für die Hofheimer Ortsumgehung hofft man in der Kreisstadt auf einen Planfeststellungsbeschluss des Regierungspräsidiums im kommenden Jahr.

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