Die neuen Gebäude der Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) in der oberen Hauptstraße sind fast fertig. In ein bis zwei Monaten könnten die Bewohner einziehen, sagt HWB-Geschäftsführer Josef Mayr. Doch viele dürften es nicht sein: Von 20 Eigentumswohnungen sind erst drei verkauft. Das Altstadtdomizil bleibt ein Ladenhüter.
Mayr räumt die dürftige Vermarktung ein, gibt sich aber optimistisch. Der Vertrag mit dem bisherigen Makler laufe aus, mit einem anderen wolle die HWB jetzt eine neuen Anlauf starten. "Davon erhoffen wir uns noch mal einen Schwung." Dass bald bessere Zeiten anbrechen, hatte Mayr bereits vor sieben Monaten gehofft. Damals feierte die HWB in der Hauptstraße Richtfest und hatte zwei Wohnungen losgeschlagen. Seitdem ist nur ein weiterer Kaufvertrag unterschrieben worden.
Seit 1926 besteht die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft (HWB). Sie ist eine 100-prozentige Tochter der Stadt und besitzt etwa 220 Häuser mit rund
1600 Wohnungen.
Weitere Baustellen der HWB sind außer dem Altstadtdomizil derzeit ein Wohn- und Geschäftshaus an der Elisabethenstraße und das Marxheimer Bürgerhaus an der Ahornstraße.
In Diedenbergen plant die HWB weitere 40 Mietwohnungen. (bhe )
Slogan kommt nicht an
Die Wohnungen haben zwei bis vier Zimmer und sind zwischen 70 und 150 Quadratmeter groß. Eine 159 Quadratmeter große Vier-Zimmer-Wohnung bietet die HWB für 399 000 Euro an, eine Drei-Zimmer-Wohnung mit 84 Quadratmetern soll 229 000 Euro kosten. Beworben wird der Wohnkomplex mit dem Slogan "Leben im Mittelpunkt", doch die zentrale Lage verfängt bisher offenbar bei potenziellen Käufern nicht.
Die meisten Wohnungen werden wohl zunächst einmal leer stehen, doch die HWB will sich für den Verkauf noch Zeit geben. Bis Ende des Jahres sollten die Wohnungen verkauft sein, sagt Mayr. "Das ist unser Ziel." Sollte das nicht klappen, könne die HWB auch Eigentümer bleiben und die Wohnungen vermieten. "Aber diese Alternative steht derzeit noch nicht zur Debatte", sagt der Geschäftsführer und räumt ein: "Das Projekt stand von Anfang an unter einem schwierigen Stern." Begonnen wurde es unter der Federführung des damaligen zweiten HWB-Geschäftsführers Gerd Czunczeleit, der im Sommer 2008 geschasst wurde - auch wegen Fehlplanungen beim Altstadtdomizil. Der HWB-Aufsichtsrat verfügte zwischenzeitlich sogar einen Baustopp in der oberen Hauptstraße. Schon damals war der schleppende Verkauf ein Knackpunkt. Es wurde laut Mayr sogar erwogen, erst weiterzubauen, wenn mehr Käufer gefunden sind: "Davon sind wir aber wieder abgekommen."
Weg ist die HWB nach seinen Angaben auch davon, im großen Stil als Bauträger aufzutreten. "Zu Czunczeleits Zeiten sollte das forciert werden", sagte Mayr. Nun werde sich die HWB auf "ihr Hauptgeschäft", den Mietwohnungsmarkt, konzentrieren. Eigentumswohnungen werde sie künftig nur noch bauen "wenn´s dazu passt" und der sozialen Mischung dient. So wie am Langenhainer Ortsrand, wo die HWB neben Sozial- auch einige Eigentumswohnungen errichtete.

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