Siemens und Mannesmann wenden es an, T-Punkte wurden danach umgestaltet und Chrysler entwickelt derzeit sogar ein Feng-Shui-Auto: Die fernöstliche Lehre vom Feng-Shui hat auch längst in Hofheim Einzug gehalten. Die Firma Zeisberg CNC-Systeme setzt in ihrem neuen Domizil in Wallau ganz auf den positiven Fluss der Energie. Das beginnt mit einem Teich vor dem Eingang, setzt sich in dem knallig orange-roten Bürotrakt mit der auf jeden Mitarbeiter zugeschnittenen Einrichtung bis hin zur mintfarben dominierten Werkstatt fort, in deren Mitte eine Insel aus Pflanzen das Durchrauschen der Energie verhindert. Blumen dekorieren die Gänge zu Werkstatt und Lager und schaffen so eine freundliche Atmosphäre. Bei einer Besichtigung der Räume staunte Hofheims Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD). Allerdings werde das im Rathaus mit seinen 190 Mitarbeitern kaum umzusetzen sein, sagt sie schmunzelnd.
Die Wände bei Zeisberg sind mit speziell geprägter Feng-Shui-Tapete verkleidet, alle Bilder von Wasserfällen, Blumen und Bergen hängen in achteckigen Rahmen. Acht ist die chinesische Glückszahl und Symbol für die Unendlichkeit und auf die Unterseite jedes Schreibtisches geprägt. Das Konzept wurde bis ins Detail umgesetzt, sogar der Eingang wurde verlegt, um eine positive Wirkung zu erzielen. "Das Bild eines Berges im Rücken gibt beispielsweise Sicherheit", erklärt Chandra Devi.
Unter ihrer Leitung wurde das Projekt umgesetzt. Ihr Ehemann und Geschäftsführer Gerald G. Zeisberg hat sich das etwas kosten lassen. Allein der Austausch sämtlicher Leuchtstoffröhren gegen Tageslichtlampen kostete 15.000 Euro. Aber er ist überzeugt, dass das natürliche Licht nicht nur das Wohlbefinden seiner 15 Mitarbeiter steigert, sondern durch ein besseres Arbeitsklima auch der Erfolg des Unternehmens wächst: "Es gibt Leute, die muss ich abends heimschicken, weil sie nicht merken, wie die Zeit bei der Arbeit vergeht." Energie-Berater Jürgen Goll, der für jeden Mitarbeiter die Wandfarbe seines Büros und den richtigen Sitzplatz berechnete, hat in der Wirtschaft einen wachsendes Interesse an Feng-Shui beobachtet. Die Hälfte seiner Kunden seien Unternehmen. Mit Feng-Shui "kann der Lebensraum zu einem Ort der Erholung werden", sagt er.
Abends noch Energie
Auch die Mitarbeiter sprechen nach wenigen Monaten in den neuen Räumen von einer positiven Wirkung. Man sei weniger zerstreut, arbeite konzentrierter und haben abends noch Energie. Ob sich die positive Wirkung auch in der Bilanz des Elektrotechnikunternehmens niederschlagen wird, muss man abwarten, denn gegen die Wirtschaftskrise hilft womöglich auch Feng-Shui nicht direkt. "Jedoch hätte es uns auch schlimmer treffen können", sagt Zeisberg. "Es ist ein Wachstumsprozess", erklärt Devi und Goll spricht von der therapeutischen Wirkung, die Krankheiten vorbeugen könne. Für Firmen sind sicher beides wichtige Aspekte.

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