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Ikea-Häuser in Langenhain: Die CDU stellt sich quer

Die Ikea-Tochter Boklok will am Ortseingang von Hofheim-Langenhain 18 Holz-Reihenhäuser errichten. Doch im Parlament regt sich Widerstand. Von Barbara Helfrich

Ikea-Reihenhäuser sind nicht jedermanns Geschmack.
Ikea-Reihenhäuser sind nicht jedermanns Geschmack.
Foto: FR/Schick

Gut leben, preiswert leben, clever leben - mit diesem Slogan wirbt die Firma Boklok für ihre Holz-Reihenhäuser. 18 Stück davon sollen noch in diesem Sommer auch in Langenhain entstehen, am Ortseingang in Richtung Hofheim. Als Einzugstermin wird der Winter 2010 genannt. Doch endgültig beschlossen ist das Bauprojekt noch nicht: Das Stadtparlament hat es in der vorigen Woche auf Initiative der CDU vertagt. "Die Architektur ist alles andere als kreativ", bemängelte Parteichef Frank Härder. Zudem seien die Holzhäuser nicht einmal besonders billig.

Die Firma Boklok, eine Tochter des Möbelunternehmens Ikea und der schwedischen Baufirma Skanska, ist seit den 90er Jahren auf dem nordeuropäischen Immobilienmarkt aktiv. Rund 4000 Häuser und Wohnungen hat sie nach eigenen Angaben in Schweden, Norwegen, Dänemark und Großbritannien gebaut. Nun will Boklok in Deutschland Fuß fassen, und zwar in Kooperation mit einem Lizenznehmer, dem Fertighaushersteller Bien-Zenker aus Schlüchtern. Drei Projekte in der Rhein-Main-Region seien geplant, zudem eines bei Nürnberg. Als hessische Standorte nennt Boklok neben Hofheim Wiesbaden und Offenbach.

Die Stadt Hofheim verhandelt nach eigenen Angaben schon eifrig mit Bien-Zenker. Das Unternehmen will der Kommune 4300 Quadratmeter Bauland in Langenhain abkaufen. Allerdings müsste der Bebauungsplan für das Areal an der Straße In der Spilsit geändert werden, damit die Holz-Reihenhäuser gebaut werden können. Denn bisher sind im Gebiet Südlich zu den Eichen nur Einzel- und Doppelhäuser erlaubt. Doch die Bebauung ging in den vergangenen Jahren nur schleppend voran, viele Grundstücke liegen brach.

Stadtrat Wolfgang Winckler (SPD) verteidigte das Ikea-Projekt in der Stadtverordnetenversammlung vehement. Die Kritiker unter den Lokalpolitikern vergleichen die Häuser dagegen mit Baracken. Nun wird noch einmal im Ausschuss beraten, auch der Ortsbeirat soll vor einer Entscheidung gehört werden. "Nach den Fotos sehen die Häuser nicht so toll aus", findet Gisela Veit, die für die CDU im Ortsbeirat sitzt. Die Holzbauten könnten des Gebiet abwerten, fürchtet sie. Eigentümer, die bereits gebaut hätten, könnten im Nachhinein verprellt werden.

Wie die Holzhäuser aussehen sollen, kann man auf dem Ikea-Parkplatz in Wallau schon erahnen. Dort wird derzeit ein Musterhaus gebaut, das Anfang März fertig sein soll. Die zweigeschossigen Häuser sind laut Boklok für Familien mit einem oder zwei Kindern gedacht, würden "in umweltschonender Holzrahmenbauweise errichtet" und hätten den Energiestandard KfW 70. In Offenbach sollen sie von 179 500 Euro aufwärts kosten. Kaufpreise für Langenhain will Ikea erst Anfang März nennen.

Für April sind Informationsveranstaltungen in den Ikea -Einrichtungshäusern angekündigt. Schon jetzt wirbt Boklok damit, dass die Nachfrage wohl das Angebot übersteigen werde und kündigt ein Losverfahren an. Nicht alle Interessenten, sondern nur einige zufällig ausgewählte sollen nach den Informationsveranstaltungen "zu einer ausführlichen Projektvorstellung eingeladen werden und eine Reservierung vornehmen können", heißt es in einer Pressemitteilung.

Autor:  Barbara Helfrich
Datum:  9 | 2 | 2010
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