Herr Härder, Sie haben die Boklok-Häuser, die in Hofheim- Langenhain gebaut werden sollen, heftig kritisiert. Sie haben von Hasenställen gesprochen, die Häuser mit Baracken verglichen, wie sie nach dem Zweiten Weltkrieg aufgestellt wurden. Wie ist Ihr Eindruck jetzt?
Ich habe nicht nur Kritik geübt, ich habe immer auch gesagt, dass ich Ikea eine Menge Kreativität zutraue und dass man erst mal abwarten muss, bis das Konzept und die endgültigen Pläne auf dem Tisch liegen. Mein erster Eindruck jetzt: Das, was ich sehe, finde ich recht interessant.
Haben Sie sich als Kritiker vielleicht zu weit aus dem Fenster gelehnt?
Nein! Wir hatten im Parlament nur eine Vorlage mit kopierten Schwarz-Weiß-Bildern. Im Langenhainer Ortsbeirat war das Projekt auch nicht wirklich bekannt. Auf dieser Basis eine Entscheidung zu treffen, war einfach nicht möglich. Nun, da ich das Haus gesehen habe, kann ich das besser beurteilen.
Das heißt, das Boklok-Haus gefällt Ihnen?
Als Stadtverordnete haben wir nicht über Geschmacksfragen zu entscheiden. Wir müssen überlegen, ob der Stil der Häuser, die Ikea und Boklok hier bauen wollen, in ein bestehendes Wohngebiet passt. Immerhin muss in Langenhain der Bebauungsplan für das Projekt in zwei Punkten geändert werden. Es wird dichter gebaut, und die Dachneigung ist eine andere, die Dächer sind viel flacher als bei den bestehenden Häusern ringsum.
Und? Meinen Sie, dass das Ikea-Haus nach Langenhain passt?
Ja, ich denke, das könnte durchaus funktionieren.
Was hat Sie überzeugt?
Ich finde vor allem das Konzept interessant, eine Einsteigerimmobilie für junge Familien anzubieten. Das passt nach Langenhain, da sind schon viele Familien mit Kindern zu Hause. Da ist die Frage der Dachneigung dann am Ende sekundär. Auch die Raumaufteilung ist für die angepeilte Zielgruppe meiner Meinung nach sehr gelungen. Ich kann mir vorstellen, dass die "Kinder von Bullerbü" bald auch in Langenhain spielen.
Das heißt, Sie werden der Änderung des Bebauungsplanes in der kommenden Woche im Ausschuss zustimmen?
Ich kann natürlich nicht für die gesamte CDU-Fraktion sprechen. Aber was mich persönlich betrifft, kann ich sagen: Ja, ich werde der Vorlage zustimmen.
Interview: Andrea Rost

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