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17. Januar 2013

Klodeckel 2012 Peymani: Ein Blick ins Klo

 Von Torsten Weigelt
Ramin Peymani verteilt den „Klodeckel des Tages“. Foto: Martin Weis

Ramin Peymani spießt gesellschaftliche Missstände in seinem Blog auf. Jetzt gibt es seine Postings auch als Buch.

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Kelkheim –  

Nein, Philipp Rösler hat noch keinen „Klodeckel des Tages“ erhalten. So loyal ist FDP-Mitglied Ramin Peymani dann doch gegenüber seinem (Noch-) Parteivorsitzenden. Ohnehin gehe es ihm nicht in erster Linie darum, betont Peymani, Personen an den Pranger zu stellen, wenn er jeden Sonntag pünktlich um 14.30 Uhr in seinem Weblog klodeckel-des-tages.de einen neuen Beitrag einstellt.

Wichtiger sei ihm, „einen kritischen Blick auf die Gesellschaft“ zu werfen. Und so ist auch SPD-Mann Peer Steinbrück trotz seiner tapsigen ersten Schritte als Kanzlerkandidat bislang noch ungeschoren geblieben.

Nun hat Peymani 50 seiner Internet-Postings – zum Teil überarbeitet – als Buch veröffentlicht. Titel: „Klodeckel 2012 – Der etwas andere Jahresrückblick“. Eigentlich sei es ihm nur darum gegangen, mit dem bedruckten Papier zu Weihnachten seine Familie zu überraschen, erzählt Peymani. Doch die Resonanz sei erstaunlich gut: Schon direkt nach Erscheinen seien 25 Exemplare bestellt gewesen.

Politik und Fußball

Natürlich propagiert der 44-Jährige in einigen seiner Beiträgen das liberale Weltbild vom Vorzug des Marktes gegenüber dem Staat, und politische Konkurrenten wie die Linkspartei („sterbender Patient“) und die Piraten („freie Radikale“) bekommen ihr Fett weg. Aber der Landesgeschäftsführer der Jungen Liberalen und Pressesprecher der Kelkheimer FDP schont auch die eigene Partei nicht. „Ich bin liberal, finde aber nicht alles gut, was unsere Führung macht.“

So schlug er sich in der Euro-Debatte auf die Seite der „Rebellen“ um den Bundestagsabgeordneten Frank Schäffler – und gehörte sogar zu den Liberalen, die den letztlich gescheiterten Mitgliederentscheid zum Euro-Rettungsschirm durchsetzten.

Bewegtes Berufsleben

Außerdem geht es in Peymanis Buch und Blog nicht nur um Politik – er macht sich genauso Gedanken über die chaotischen Zustände im Vatikan, „Wetten dass“ ohne Gottschalk und Nationaltorhüter Manuel Neuer. Gerade beim Thema Fußballnationalmannschaft kann Ramin Peymani auf mehr als das herkömmliche Fan-Wissen zurückgreifen, war er doch mehrere Jahre beim Deutschen Fußball-Bund die rechte Hand des ehemaligen Präsidenten Theo Zwanziger.

Ohnehin hat der 44-Jährige ein bewegtes Berufsleben hinter sich. Als studierter Wirtschaftsinformatiker zog es ihn zunächst in die Finanzbranche, wo er unter anderem vier Jahre lang für die umstrittene Investmentbank Goldman-Sachs tätig war. Auch über sie hat er einen Beitrag mit dem Titel „Die Fremdenlegion der USA-Regierung“ verfasst.

2002 zog es ihn dann zum DFB. Begründung: „Ich wollte bei der WM dabei sein.“ Sechs Jahre lang arbeitete er in der Otto-Fleck-Schneise – zunächst als Finanzcontroller, dann als Büroleiter von Zwanziger. Seitdem gönnt sich Ramin Peymani ein Leben als Privatier und macht nur noch Dinge, die ihn persönlich interessieren. Dazu gehört eine Vortragsreihe zum Thema „Staatsschuldenkrise“, das Betreiben einer weiteren Website mit dem Titel meinungsfreiheit24.eu, aber auch sein politisches Engagement. Und natürlich wird Ramin Peymani auch weiterhin Woche für Woche einen „Klodeckel“ verteilen: In seinem aktuellen Buch kündigt er eine Zusammenfassung für 2013 an.

Das Buch „Klodeckel 2012“ kann per Books on Demand (BoD) bestellt werden, ISBN 978-3-8482-5366-1 . Das Blog ist unter www.klodeckel-des-tages.de im Internet zu finden.

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