Eigentlich sind sich in Bad Soden alle einig: Die Art und Weise, wie die lokale Wochenzeitung über den amtierenden Bürgermeister Norbert Altenkamp berichtet, ist unredlich. Ob Regierungspartei oder Opposition - hinter vorgehaltener Hand haben sich die Kommunalpolitiker längst eine Meinung gebildet: Sie missbilligen durch die Bank die "schlechte Recherche" und die "diffamierende Berichterstattung", sprechen von verletzten Persönlichkeitsrechten und Vertrauensbruch. Öffentlich zum Ausdruck gebracht haben sie das bislang aber nicht. Selbst beim Amtsinhaber blieb die Gegenwehr verhalten: Zu groß scheint die Angst, Bürger zu verprellen, es sich in Wahlkampfzeiten gar mit dem einen oder anderen Wähler zu verscherzen.
Dabei will die Mehrzahl der Bürger genau das: Mutige Politiker, die klar sagen, wofür sie stehen, die Unrecht anprangern und nicht insgeheim damit spekulieren, den politischen Gegner am Ende vielleicht doch durch schlechte Presse aus dem Feld zu schlagen. Wenn sich die Bad Sodener CDU jetzt per Anzeige zu Wort meldet und die Anti-Altenkamp-Kampagne rügt, ist das ein Anfang. Aber eben auch nicht mehr als das.

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