In ihrer Heimat herrscht Krieg, sie müssen hungern oder werden politisch verfolgt. In Deutschland hoffen sie auf ein besseres Leben. 74 Flüchtlinge nimmt der Main-Taunus-Kreis in den kommenden sechs Monaten auf.
Damit steigt die Zahl wieder leicht an, nachdem in den vergangenen Jahren sogar Unterkünfte geschlossenen wurden, weil immer weniger Asylbewerber nach Deutschland kamen. Die Zahl der Quartiere reduzierte sich damit von 56 auf zehn. „Wir suchen und mieten nun wieder neue Häuser, um die Menschen mit ihren Familien ordentlich unterzubringen“, sagte Erster Kreisbeigeordneter und Sozialdezernent Hans-Jürgen Hielscher (FDP). „Die Städte sind gefordert, ihren Einfluss bei der Suche nach neuen Unterkünften geltend zu machen.“
Derzeit leben 345 Menschen in Gemeinschaftsunterkünften in Hofheim, Kelkheim, Eppstein, Sulzbach, Liederbach und Hochheim. Ein Großteil von ihnen stammt aus Afghanistan, Pakistan und Eritrea. Vereinzelt werden auch Türken, Kosovaren und Syrer erwartet.
Wie lange sie bleiben, ist höchst unterschiedlich. Bei der Einreise aus bestimmten Regionen dauert das Asylverfahren derzeit rund 18 Monate. Menschen, die geduldet werden, und Folgeantragsteller müssen länger ausharren. Die Bundesländer entscheiden nach der Einwohnerzahl, welche Kreise wie viele Asylbewerber aufnehmen müssen.
Für die Zuweisung im Main-Taunus ist das Regierungspräsidium in Darmstadt zuständig. Die Kommunen sind verpflichtet, Flüchtlinge aufzunehmen. Bei der Verteilungsquote wird der Ausländeranteil im Ort und die Anzahl der bereits beherbergten Flüchtlinge berücksichtigt.
Nicht jeder kann mit jedem
Nicht jeder kann mit jedem zusammenleben. Entscheidend sind Geschlecht, Familienstand und Volkszugehörigkeit, sagt Hielscher. Deshalb sind viele Unterkünfte auch nicht komplett ausgelastet. Zudem benötigt der Kreis auch einige Notplätze für Eil-Zuweisungen und Haftrückkehrer.
Jetzt werden wieder neue Unterkünfte gesucht. Das können komplette Wohngebäude, alte Pensionen oder Mehrfamilienhäuser sein. Derzeit werden vor allem Objekte von Privatleuten angemietet, zwei Vermieter sind Gesellschaften, einer eine Gemeinde. Die Mietverträge laufen von einem Jahr bis zu fünf Jahren. Es laufen bereits Gespräche mit ehemaligen Vermietern, ob die Mietverhältnisse erneuert werden können, berichtete Landrat Michael Cyriax (CDU) jüngst auf einen Antrag im Kreistag hin. Die Resonanz sei positiv.

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