Das Für und Wider christlicher Kreuze an den Wänden von Klassenzimmern und Gerichtssälen hat unlängst zu einer öffentlichen Debatte über christliche Werte als prägendes Moment unserer westlichen Gesellschaft geführt. Nun ist das Thema auch im Main-Taunus-Kreis angekommen: Zwölf Kruzifixe wurden aus Patientenzimmern im Krankenhaus Bad Soden entfernt. Dass sie dort überhaupt nicht hätten hängen sollen, hat die Patienten, die sich über das Abhängen beschwerten, wohl nicht tangiert.
Aber der Reihe nach. Das ganze Malheur entstand im Zuge der Umzugsmaßnahmen von Teilen der Hofheimer Klinik nach Bad Soden. Im Hofheimer Krankenhaus - bis in die 1970er Jahre ein christliches Ordenshaus - hingen bislang in den Krankenzimmern traditionsgemäß Kreuze an den Wänden.
Es sei dem Hause freigestellt, ob dort Kreuze an den Wänden hängen oder nicht, sagte Geschäftsführer Helmuth Hahn-Klimroth der Frankfurter Rundschau. Nichtsahnend, dass dies in Bad Soden aber nicht so ist, wurden zwölf Kreuze mit eingepackt und irrtümlicherweise in dortigen Patientenzimmern platziert. So weit eigentlich kein Problem.
Doch als zwei Pflegekräfte den Wandschmuck in Anwesenheit der Patienten wieder abnahmen, gingen sie dabei "etwas unachtsam" vor, vermutet Hahn-Klimroth. Die Folge war, dass sich die Patienten beschwerten, so dass sich sogar der Leiter des Pflegedienstes persönlich bei ihnen entschuldigen musste. Nun hat es die Krankenhausseelsorge übernommen, die Kruzifixe wieder an ihren ursprünglichen Platz in Hofheim zu bringen. Für Hahn-Klimroth ist damit die Sache erledigt.
Andachtsräume stehen bereit
Landrat Berthold Gall (CDU), der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Kreiskliniken ist, nutzte die Gelegenheit indes, um klarzustellen, "dass Kreuze und andere religiöse Symbole nicht grundsätzlich in den Zimmern hängen" könnten. Christen und Angehörigen anderer Glaubensrichtungen stünden Andachtsräume zur Verfügung, auch könnten Kreuze mitgenommen und beispielsweise auf den Nachtisch gestellt werden. "Auf Andacht oder seelsorgerischen Beistand" müsse dennoch niemand verzichten. Zu den Kreuzen in Hofheim sagte Gall: Wir stehen zu dieser Tradition.

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