Um 7,75 Millionen Euro soll sich in den nächsten Jahren das wirtschaftliche Ergebnissen der Main-Taunus-Klinik verbessern. Das haben Geschäftsführer Helmuth Hahn-Klimroth und Landrat Michael Cyriax (CDU) gestern bei einer Pressekonferenz verkündet.
Obwohl das fertige Konzept erst Mitte 2012 vorliegen soll, konnten sie nun schon erstaunlich konkrete Ergebnisse präsentieren. Diese seien im Konsens mit dem Betriebsrat beschlossen worden, sagte Hahn-Klimroth. Der Aufsichtsrat mit Michael Cyriax an der Spitze hat die Pläne am Dienstag abgesegnet.
Geplant ist eine Mischung aus Kostensenkungen und Einnahmeerhöhungen – die nicht ohne Folgen für Patienten und Mitarbeiter bleiben werden. So soll die Verweildauer in den Klinikbetten in den kommenden beiden Jahren um einen halben Tag pro Patient sinken. Derzeit beträgt sie im Schnitt 6,9 Tage. „Damit liegen wir bundesweit im hinteren Mittelfeld“, sagt Geschäftsführer Hahn-Klimroth.
Auch in der Pflege selbst plant die Klinik-Leitung Veränderungen. Entlassen werde niemand, versprach der für diesen Bereich zuständige Geschäftsführer Ulrich Krechel. Allerdings soll der Anteil der examinierten Kräfte in den nächsten drei Jahren sinken – von 89 Prozent auf 80 Prozent. Derzeit seien ausgebildete Pflegekräfte oftmals noch damit beschäftigt, Essen vorzubereiten und zu verteilen, so Krechel. Das sollen in Zukunft angelernte Hilfskräfte übernehmen. Allein dadurch erwartet sich die Klinik eine Einsparung von mehr als einer Million Euro. Erreicht werden soll der Mitarbeiteraustausch durch Fluktuation.
Zwei Millionen Euro sollen die Chefärzte bei den Sachkosten einsparen, indem sie einen deutlich höheren Anteil an Spritzen oder Kathetern über den Einkaufsverbund Clinicpartner eG bestellen. Eine weitere Million soll über einen neuen Vertrag mit der Praxis Prof. Reifart & Partner erzielt werden, mit der die Main-Taunus-Kliniken bezüglich der Herz-Kreislauf-Patienten kooperiert.
Mehreinnahmen erwarten sich Hahn-Klimroth und Krechel durch einen Ausbau des Angebots in den Abteilungen für Psychiatrie und Psychosomatik. Dafür wollen sie sogar bis Ende 2012 eine Million Euro investieren – in einen Anbau an die Fachklinik Hofheim. Statt 45 sollen so künftig 55 Psychiatrie-Patienten stationär versorgt werden können, die Tagesklinik wird von sechs auf zwölf Betten aufgestockt. „Die Nachfrage ist groß“, sagt Helmuth Hahn-Klimroth, der mit jährlichen Zusatzeinnahmen von 800000 Euro rechnet.
Nötig ist das Sanierungsprogramm, weil die bis dahin wirtschaftlich erfolgreichen Kliniken seit 2010 ein strukturelles Defizit von sieben Millionen Euro pro Jahr ausweisen. Um den Verlust auszugleichen, hat der Kreis für 2012 seine Umlage erhöht.
“Die Kliniken sollen aber in jedem Fall in kommunaler Trägerschaft bleiben“, verspricht Landrat Cyriax. Und Helmuth Hahn-Klimroth ergänzt: „Wir wollen nicht in eine Situation wie in Wiesbaden kommen.“ Dort hat die Stadt vor Kurzem einen Anteil von 49 Prozent der Horst-Schmidt-Kliniken an den Privatkonzern Rhön verkauft.

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