Eignet sich mein Dach für die Erzeugung von Solarstrom oder -wärme? Ab Februar sollen die Bürger des Main-Taunus-Kreises sich diese Frage selbst durch ein paar Klicks im Internet beantworten können. Denn alle zwölf hiesigen Kommunen sind vom hessischen Umweltministerium für das Pilotprojekt des landesweiten Solardachkatasters ausgewählt worden. Insgesamt nehmen 33 Städte und Gemeinden daran teil.
„Die Angaben haben eine sehr hohe Aussagekraft“, sagt der Umweltbeauftragte der Stadt Hofheim, Ulrich Disser, der bei der Präsentation des Projekts in Wiesbaden mit dabei war. So werde in die Berechnung der Leistungsfähigkeit einer Anlage sogar der Schattenwurf von Gauben und Schornsteinen miteinberechnet. „Das ist sensationell genau.“ Außerdem ist eine exakte Berechnung der Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaik- (Strom) oder Solarthermieanlage (Wärme) möglich.
Datenschutz ist gegeben
Auch Schwalbachs Bürgermeisterin Christiane Augsburger (SPD) ist angetan von den Möglichkeiten, die das hessische Solarkataster bietet. „Dadurch können wir den Bürgern helfen, gleichzeitig CO2 und Energiekosten zu sparen.“
Wichtig ist ihr aber auch die Möglichkeit des Datenschutzes. „Wer nicht möchte, dass sein Dach veröffentlicht wird, kann widersprechen.“ Nach den Vorgaben des hessischen Datenschutzbeauftragten Michael Ronellenfitsch haben die Bürger ein aktives Widerrufsrecht.
Noch ist das Solarkataster allerdings nicht freigeschaltet. Was den genauen Termin angeht, bleibt das Umweltministerium sehr vage. „Im Februar“ werde es so weit sein, teilte ein Sprecher auf Anfrage lediglich mit.
Auch einige andere Fragen seien noch offen, bedauert Ulrich Disser. Um die zu klären, hat die Stadt Hofheim eine Musterpräsentation angefordert – aber bislang noch nicht erhalten. Dann könne er auch heimische Handwerker ansprechen und in das Projekt einbinden, kündigt Ulrich Disser an. Das hessische Solarkataster beruht auf Daten, die eigentlich für den Hochwasserschutz gesammelt worden sind. Dabei wurde mit 3-D-Kameras ein Gebiet von rund 1000 Quadratkilometern zwischen dem Rhein-Main-Gebiet und Marburg überflogen.
Bei dem Projekt arbeitet das Land Hessen mit der Fachhochschule Frankfurt zusammen. Ist es in den 33 ausgewählten Kommunen erfolgreich, will Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) das Kataster auf ganz Hessen ausweiten.
Eine Entscheidung darüber soll nach dem Abschluss der Pilotphase 2012 getroffen werden.
Welches Potenzial für erneuerbare Energien ihre Kommune hat, können Bürger jetzt schon unter erneuerbarkomm.de abrufen.

Die Stadt und Region auf einen Blick: unsere neue Übersichtsseite für Frankfurt und Rhein-Main - das Pflicht-Lesezeichen für alle Hessen.
Berichte aus Bad Homburg, Hochtaunus | Bad Vilbel, Wetterau | Darmstadt | Frankfurt | Kreis Groß Gerau | Hanau, Main-Kinzig | Main-Taunus | Mainz | Offenbach | Kreis Offenbach | Wiesbaden.
Facebook | Twitter überregional | Google+