Die beiden Kreistagsmitglieder der Linken sind sauer. Beate Ullrich-Graf und Fritz-Walter Hornung hatten eine Entschließung zu der rechtsextremistischen Mordserie der sogenannten Zwickauer Zelle vorbereitet. Doch die Kreistagsmehrheit erklärte ihren Antrag kurzerhand für erledigt, nachdem der Kreistagsvorsitzende Wolfgang Männner zu Beginn der Sitzung am Montag eine Stellungnahme zu dem Thema abgegeben hatte. Anschließend hatten sich die Kreistagsabgeordneten zu einer Schweigeminute erhoben.
„Wir treten entschieden rechtsextremistischem Gedankengut entgegen“, sagte Männer. Die Abgeordneten des Kreistags seien ebenso wie die Bürger des Main-Taunus-Kreises „geschockt und beschämt über die unfassbare neonazistische Mordserie“. Und er ergänzte: „Jeglicher Extremismus, Fremdenhass und Gewalttätigkeit sind gefährlich für unsere Gesellschaft und unser Land.“
Die Linken kritisieren dies als „unentschlossene Pflichtübung“. Stattdessen fordern sie ein „Zeichen“ der Politik an alle Bürger im Kreis, „dass sie uns willkommen sind“. In ihrer Entschließung heißt es: „Bürger in unserem Kreis fühlen sich von Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus bedroht. Die Abgeordneten stellen sich an ihre Seite und lassen sie wissen, dass sie selbstverständlicher Bestandteil des Main-Taunus-Kreises sind.“ (twe.)

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