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Main-Taunus
Lokal-Nachrichten aus dem Taunus

29. Januar 2016

Main-Taunus: Wohnhilfe so nötig wie nie

 Von Ulrich Gehring
In Diedenbergen hat die Wohnhilfe ein eigenes Haus.  Foto: Monika Müller

Die Ökumenische Wohnhilfe im Taunus kümmert sich seit 25 Jahren um bezahlbare Bleiben. 1489 Menschen hat der Verein in den 25 Jahren direkt in 651 Wohnungen vermitteln können. Und die Arbeit des Vereins hat sich nicht erledigt.

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Die Zeiten gleichen sich“, schaut Vorsitzender Günter Adam auf die Gründung der Ökumenischen Wohnhilfe im Taunus vor 25 Jahren zurück. Wie Anfang der 90er Jahre ist bezahlbarer Wohnraum knapp. Um auf dem engen Markt schlagkräftiger zu reagieren als es ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern möglich ist, gründeten Patricio Aravena, Caritas-Geschäftsführer Ottmar Vorländer, Günter Adam und knapp zwei Dutzend Gleichgesinnte, darunter Pfarrer und Flüchtlingshelfer, am 23. Januar 1991 den Verein Ökumenische Wohnhilfe. Ausdrückliches Ziel war und ist es, allen einkommensschwachen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft dabei zu helfen, Wohnungen zu finden und Räumungen abzuwenden, Hilfe gab es auch für Obdachlosen, die sesshaft werden wollen.

Die Situation hat sich seit der Gründungszeit eher verschärft“, findet Wohnhilfe-Geschäftsführer Marcus Krüger. Die Immobilienpreise seien explodiert, unter anderem wegen des Trends zu Urbanisierung und Single-Haushalten, vor allem aber weil der soziale Wohnungsbau deutlich vernachlässigt worden ist. Kurz: Die Arbeit des Vereins hat sich nicht erledigt.

1489 Menschen hat er in den 25 Jahren direkt in 651 Wohnungen vermitteln können. Vielfach trat die Wohnhilfe dabei selbst als Mieterin auf, die dann an schlecht gestellte Menschen untervermietet. Es gebe zum Glück immer wieder Eigentümer mit sozialem Gewissen, so Adam. In mindestens ebenso vielen Fällen hat die Wohnhilfe durch ihre Beratung Wohnungsverlust wegen Mietrückstands oder anderer Kündigungsgründe abwenden können.

Später ist die Wohnhilfe sogar selbst als Wohnungseigentümerin aufgetreten. Zwei Häuser hat sie erworben, darunter eine ehemalige Sammelunterkunft für Asylbewerber in Flörsheim, die sie in 18 Wohnungen für Alleinstehende umbaute. 2009 erstellte sie in Hofheim-Diedenbergen ein eigenes Niedrigenergiehaus.

Der Verein Wohnhilfe bewege sich dabei stets am Rand seiner finanziellen Möglichkeiten, erklärt Vorsitzender Adam. Zwar werde er auch von Kommunen und Kirchen unterstützt, doch an die 60 Prozent seiner Ressourcen beziehe er aus Spenden. Regelmäßige Unterstützung kommt etwa vom Lions-Club Liederbach.

Das Hauptamtlichen-Team besteht aus Marcus Krüger, der in Personalunion auch noch das Sozialbüro leitet, sowie Dieter Hermenau, der in einer Person als Wohnraumvermittler und Renovierer agiert.

Bei der Wohnhilfe nennen sie die eigene Arbeit einen „Tropfen auf den heißen Stein“. Gleichwohl ist es auch für die Hofheimer Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) erstaunlich, in welchem Maß die Wohnhilfe wie auch die ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeitskreise landauf, landab Wohnraum erschließen: „Das funktioniert allein durch das persönliche Kennenlernen; hier läuft eine wunderbare Integrationsbegleitung“, lobt Stang, die selbst auch Vereinsmitglied ist.

Die Wohnhilfe sucht weiter „christlich und sozial eingestellte Bürgerinnen im Taunus“, aber auch Institutionen, Vereine und Kirchengemeinden als Mitglieder. Gerade bei den Kirchen sieht Marcus Krüger noch ungehobenes Potenzial. Gerade ihnen traut er zu, bei der Verwertung ihrer zahlreichen Grundstücke nicht nur auf die Rendite zu achten. Mit Erbpachtverträgen könnten sie – wie neben dem Gemeindezentrum Maria Frieden in Diedenbergen – den Bau bezahlbarer Wohnungen ermöglichen. „Das ist auch wirtschaftlich nachhaltig, und die Arbeit mit dem Vermieten würden wir ihnen ja abnehmen“, erklärt er.

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