Die Idee stammt von Albertus Magnus. In einer Handschrift aus dem 13. Jahrhundert skizziert der große Philosoph und Theologe das Schema eines idealen mittelalterlichen Gartens: Krautbeete sind darin angelegt, Obstbäume gepflanzt und eine Rasenbank mit bunten Blumen lädt zum Verweilen ein.
"Wir haben die Idee aufgegriffen und sind gerade dabei, einen solchen Garten im Westzwinger anzulegen", sagt Stadtarchivar Bertold Picard. Am 14. Juni, dem bundesweiten Aktionstag des Dachverbandes Gartennetz, soll der neue Baumgarten auf Burg Eppstein eröffnet werden. Neben dem barocken Altangarten wird er die zweite Grünanlage im Schatten des Bergfrieds sein.
Stadt zahlt 200.000 Euro im Jahr
Rund 200.000 Euro gibt die Stadt jedes Jahr für die Sanierung und Renovierung der Burganlage aus. Seit gut 40 Jahren wird daran gearbeitet. Finanzielle Unterstützung gibt es vom Land, vom Main-Taunus-Kreis, der sich jeweils mit knapp 50.000 Euro beteiligt, sowie vom Eppsteiner Burgverein.
Nun, da nach mehrjährigen Bauarbeiten die Burgmauern komplett saniert sind, sollen Türmerstube und Kemenate restauriert werden. Das ehemalige Wohngemach der Burgfrauen bekommt innen einen weißen Kalkputz, Wandnischen und Türfassungen werden mit roter Quaderbemalung umrandet. "Der Raum wird nachher wesentlich antiker aussehen als jetzt", sagt Bertold Picard. Im Kontrast dazu stehen sollen moderne Möbel und Lampen, die für die Kemenate neu angeschafft werden.
In der Türmerstube, die im vergangenen Jahr bereits komplett restauriert wurde, gestatten die Denkmalpfleger keinen Wandverputz. Die Jahrhunderte alten Originalsteine müssen sichtbar bleiben. Um Besuchern trotzdem einen Eindruck davon zu vermitteln, wie das Wachpersonal der mittelalterlichen Burg einst lebte und arbeitete, soll eine Art Kulisse in dem runden Raum aufgebaut werden. Im Herbst werden die Arbeiten beginnen.
Dass den Planern auf Burg Eppstein in den nächsten Jahren die Ideen ausgehen, kann sich Erster Stadtrat Peter Reus nicht vorstellen. Eine Menge Geld müsse jedes Jahr allein für die Erhaltung der Anlage aufgewendet werden, sagt er. "Auch wenn die Mauern saniert sind, wächst da und dort wieder ein Birkenbäumchen, das man entfernen muss." Nicht vom Tisch sind auch die Pläne, den Dachboden des Burgmuseums zu einem Ausstellungsraum umzubauen. Exponate zur Eppsteiner Stadtgeschichte könnten dort künftig gezeigt werden. (aro)

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