Manchmal gibt es so etwas im Leben", sagt Nele Neuhaus. Wenn die Kelkheimerin von ihrer Karriere als Krimi-Autorin spricht, klingt es manchmal so, als hätte sie etwas erlebt, was sie selbst noch nicht so richtig glauben kann. Als sie 2005 auf eigene Kosten ihr erstes Buch, einen Roman um Korruption und Betrug unter New Yorker Investment-Bankern mit dem Titel "Unter Haien" veröffentlichte, hätte sie es sich nicht träumen lassen, dass sie bereits drei Jahre später beim renommierten Ullstein-Verlag unter Vertrag stehen würde.
Ermittlerduo aus Hofheim
Nele Neuhaus, eigentlich Cornelia Neuhaus, wurde am 20. Juni 1967 geboren und lebt mit ihrem Mann im Kelkheimer Stadtteil Hornau. In den ver-gangenen vier Jahren hat Nele Neuhaus nicht nur drei Kriminalromane veröffentlicht, sondern fand auch noch Zeit, ein Jugendbuch mit dem Titel "Ein Pferd aus Frankreich" zu verfassen.
Am Dienstag, 28. Oktober, liest Nele Neuhaus auf dem Zauberberg, Robert-Koch-Straße, in Kelkheim-Ruppertshain. Beginn der Lesung ist im Rothschildsaal um 19 Uhr.
Nach unter "Unter Haien" hatte Nele Neuhaus im Jahresabstand zwei weitere Krimis geschrieben, deren Schauplatz nun allerdings nicht mehr im fernen Amerika lag. Der zweite dieser "Taunus-Krimis" um das Hofheimer Ermittlerduo Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein gefiel einer Ullstein-Lektorin. Die hatte die "Mordsfreunde", so der Titel des Buches, in einer Königsteiner Buchhandlung mitgenommen, weil es sich dort vor Weihnachten sogar besser verkauft hatte als der aktuelle Harry-Potter-Band.
"Als sie anrief und mich fragte, ob ich ihr nicht ein Exposé für einen weiteren Krimi schicken könne, habe ich nicht lange überlegt und ja gesagt", erzählt Nele Neuhaus, die hauptberuflich in der Wurstfabrik ihres Mannes arbeitet. Dort kümmert sie sich auch jetzt noch jeden Vormittag um das Büro und den Verkauf, bevor sie sich nachmittags an den Computer setzt, um zu schreiben.
Die Zeit, die die Tierfreundin und leidenschaftliche Reiterin früher mit ihren Pferden verbracht hat, gehört inzwischen fast vollständig der Arbeit an ihren Manuskripten. Ein weiteres hat sie mittlerweile vollendet, und die Geschichte dieses Buches, das im kommenden Jahr unter dem Titel "Tiefe Wunden" erscheinen wird, reicht zurück bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. "Es geht darin um eine veränderte Identität. Nach dem Tod eines 92 Jahre alten Holocaust-Überlebenden stellt sich die Frage, wer dieser Mann wirklich war", umreißt Nele Neuhaus die Handlung.
Ideen beim Spazierengehen
Die ersten Ideen zu ihren Krimis kommen der Autorin bei Spaziergängen mit ihrem Terrier Shelby. "Mitunter wundere ich mich selbst, worauf ich da gekommen bin", gesteht Nele Neuhaus. Danach folgen fünf bis sechs Monate Recherche, fleißiges Schreiben und Kürzen, bis das Manuskript fertig ist. "Das wird dann von meiner Mutter, meinen zwei Schwestern und meiner 15 Jahre alten Nichte aufmerksam und kritisch durchgelesen."
Zum ersten Mal wird es bei "Tiefe Wunden" ein professionelles Lektorat geben. Das fehlte bei ihren bisherigen Büchern, die sie nach dem "Books-on-Demand"-Prinzip herausgebracht hat. Für sie sei diese Form der Veröffentlichung genau der richtige Weg gewesen. "Ich hatte keine Lust, bei den Verlagen Klinken putzen zu gehen, nur um einen Berg von Absagen zu bekommen", begründet sie, warum sie dieses "kalkulierbare Risiko" eingegangen ist.
Dass sich in einen ihrer Krimis ein klitzekleiner Fehler eingeschlichen hat, kann sie verschmerzen. "Nach einer Lesung wurde ich von einem Fan darauf hingewiesen, dass Neuville das entscheidende Tor gegen Polen während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 nicht in der Verlängerung, sondern in der Nachspielzeit geschossen hat", schmunzelt die Autorin.

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