Nele Neuhaus erinnert sich noch gut an den 28. Januar 2008. "Es war der Tag meines Lebens", sagt die 42-Jährige und lacht fröhlich. Erst habe sie sich gar nicht getraut, die E-Mail des Ullstein-Verlages zu öffnen. Dann folgte die pure Begeisterung: Das Berliner Verlagshaus bot der Kelkheimerin die Zusammenarbeit an. Nicht nur ihre beiden bislang bei Books on Demand erschienenen Taunus-Krimis "Eine unbeliebte Frau" und "Mordsfreunde" sollten ins Verlagsprogramm übernommen werden, die Lektorin von Ullstein hatte auch Interesse an einem neuen Kriminalroman von Nele Neuhaus.
Die schrieb flugs ein 70-seitiges Exposé, hatte kurz darauf einen Autorenvertrag auf dem Tisch und lieferte das fertige Manuskript im Herbst 2008 ab. Seit 13. August ist "Tiefe Wunden" im Buchhandel; und Nele Neuhaus strahlt: "Schon am ersten Tag war das Buch beim Großhändler ausverkauft."
Buchpremierevon "Tiefe Wunden" ist am Samstag, 22. August, 16 Uhr, im Kempinski-Hotel Falkenstein. Karten unter 06174/202251.
Am 3. September, 20 Uhr, liest Nele Neuhaus in der Stadtbücherei Bad Soden aus ihrem neuen Krimi; im Kelkheimer Kino gibt es eine Lesung am 26. August, 20 Uhr.
Tiefe Wunden ist im List-Taschenbuchverlag von Ullstein erschienen und kostet 8,95 Euro. ISBN: 3548609023
Vertauschte Identitäten
In "Tiefe Wunden" geht es um vertauschte Identitäten. Der 92-jährige Holocaust-Überlebende David Josua Goldberg wird in seinem Haus im Taunus mit einem Genickschuss getötet. Bei der Obduktion macht der Arzt eine seltsame Entdeckung: Goldbergs Arm trägt die Reste einer Blutgruppentätowierung, wie sie bei Angehörigen der SS üblich war. Dann geschehen zwei weitere Morde, die Hinrichtungen gleichen.
Hauptkommissar Oliver von Bodenstein und seine Kollegin Pia Kirchhoff vom K11 in Hofheim nehmen die Ermittlungen auf, und die führen sie weit in die Vergangenheit: nach Ostpreußen im Januar 1945. Die Hauptschauplätze für "Tiefe Wunden" hat Nele Neuhaus wieder im Main-Taunus- und Hochtaunuskreis gefunden: in Kelkheim und Königstein, in Lorsbach, Eppstein und Niederhöchstadt spielt die Handlung. Außerdem in Frankfurt am Römerberg und im Café Siesmayer.
Seit sie mit ihrer Lektorin zusammenarbeite, habe sie viel dazu gelernt, sagt Nele Neuhaus: die Handlung straffen zum Beispiel, und nicht zu viele Personen in das Romangeschehen einführen. Erstmals hat sie ein Exposé für ihr neues Buch verfasst - mit Diagrammen zu den Charakteren und einer exakten Szenenabfolge. Das Schreiben ging ihr leicht von der Hand. "Die ersten 200 Seiten habe ich in vier Tagen zu Papier gebracht", erinnert sie sich. Fast rund um die Uhr saß sie in ihrem Haus in Hornau am Laptop, träumte nachts von den Personen, deren Geschichte sie tagsüber im Kriminalroman erzählte.
Schon seit Wochen arbeitet Nele Neuhaus an ihrem vierten Taunus-Krimi. "Schneewittchen muss sterben" wird er heißen. Dabei läuft die Krimiproduktion parallel zu ihrer Arbeit in der Schwalbacher Fleischfabrik ihres Mannes. Nele Neuhaus kümmert sich dort vor allem um die Kundenbetreuung. Auch als arrivierte Schriftstellerin, die sogar in die Kriminalautorengemeinschaft Syndikat aufgenommen wurde, macht Nele Neuhaus kein Geheimnis um ihr Privatleben. Auf ihrer Homepage www.neleneuhaus.de gibt es vieles aus ihrem Alltag nachzulesen.

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