Seit Langem befürchten viele Krifteler, der kleine Rewe-Markt in der Ortsmitte könnte bald schließen. Es gibt zwei größere Läden der Kette am Ortsrand, bei denen mehr los ist. Und einige Bürger wünschten sich einen weiteren Markt im Norden, der ebenfalls eine große Konkurrenz wäre. Jetzt hat die Rewe-Gruppe alle Zweifel zerstreut und den Mietvertrag für das Geschäft in der Frankfurter Straße bis 2016 verlängert.
„Das ist eine sehr gute Nachricht für Kriftel“, sagt Erster Beigeordneter Franz Jirasek (parteilos). Die Presseabteilung habe ihm zwar beteuert, dass eine Schließung der mit 600 Quadratmetern sehr kleinen Filiale nie zur Diskussion gestanden habe, sagt er. In erster Linie hinge der Fortbestand des Geschäfts aber immer von der Höhe des Umsatzes ab. Und die Gerüchte, dass dieser nicht hoch sein kann und Rewe den Laden nicht halten will, wurden stetig wiederholt.
Vergangenen Juni hatten sich einige Anwohner der neuen Wohngebiete Linsenberg, Am Erdbeeracker und Am Ziegeleipark einen Supermarkt im Norden der Gemeinde gewünscht, den sie bequem zu Fuß erreichen können. Jirasek berichtete damals schon, dass bereits mehrere Betreiber großer Supermarktketten und Discounter bei ihm angefragt hätten. Sie würden dort gerne einen Markt eröffnen, doch laut Flächennutzungsplan ist das an dieser Stelle gar nicht erlaubt. Und die Gemeinde habe auch nicht vor die Pläne zu ändern, sagt Jirasek. „Wir haben den Firmen daher von Anfang an klar gesagt, dass wir solche Vorhaben nicht unterstützen.“
Das ehemalige Gelände der Kita Linsenberg, das häufig im Gespräch war, sei zudem für einen Einkaufsmarkt zu klein. Ein Markt dort, befürchteten viele Krifteler, wäre für die kleine Rewe-Filiale im Ortskern eine zu große Konkurrenz als dass diese überleben könnte. Das Aus wäre quasi sicher.
Der Supermarkt sei aber ein wichtiger Kundenmagnet für den gesamten Ortskern, sagt Jirasek. Würde dieser wegfallen, sei auch die Existenz der umliegenden Geschäfte in Gefahr, ist er sich sicher. „Ohne dieses Angebot hätten wir ganz große Probleme damit, überhaupt Mieter für Gewerberäume dort zu finden.“
Bestes Beispiel dafür ist der seit zehn Monaten leerstehende ehemalige Schlecker-Laden nahe des Lindenplatzes. Bislang konnte für das Geschäft kein Mieter gefunden werden. Noch länger steht die einstige Postfiliale in der nicht weit entfernten Galeriepassage leer. Fünf Jahre ist es her, das die Post dort ausgezogen ist.
Um den Ortskern stärker zu beleben, prüft die Gemeinde nun, welche publikumsintensiven Abteilungen der Verwaltung sie dorthin verlegen könnte. Der Bürgerservice wäre neben dem Rewe-Markt ein zweiter starker Publikumsmagnet an dieser Stelle. Die Umsiedlung würde den Weiterbestand des Marktes zusätzlich fördern und in der Ortsmitte vielleicht sogar weiteres Gewerbe anziehen, hofft die Gemeinde. Voraussetzung wäre aber, dass Umzug und Umbau der Räume nicht zu teuer werden.
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