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Rhein-Main-Therme: Hotel auf dem Dach

Investor Heribert Stork will demnächst den Bauantrag für ein Viersterne-Haus stellen

Die Städte Hofheim und Kelkheim haben den Bau der Therme einst mitfinanziert.  Foto: Rolf Oeser

Heribert Stork wälzt mal wieder Pläne. Dieses Mal soll es mit dem Bau eines Hotels an der Rhein-Main-Therme klappen. In den kommenden zwei Wochen wolle er seinem Mitgesellschafter das Projekt endgültig schmackhaft machen, sagte der Paderborner Unternehmer der Frankfurter Rundschau. Um zu verdeutlichen, was er sich genau vorstellt, hat Stork ein Modell bauen lassen: Es zeigt die Therme mit einem zusätzlichen Geschoss, in dem Zimmer untergebracht sind, sowie einen Anbau in Richtung Stadt mit drei Etagen. Dort sind das Entrée des Thermenhotels sowie weitere Gästezimmer geplant.

Auf der Gesellschafterversammlung, hofft Stork, werde er die Zustimmung bekommen. Dann will er den Bauantrag einreichen. 2013 könnte Baubeginn für das Millionenprojekt sein, kündigt er an.

Bereits vor drei Jahren sollten die Bagger an der Therme rollen, um ein Viersterne-Hotel im Norden der Kreisstadt hochzuziehen. Die Planungen waren auch damals recht weit vorangeschritten, Stork verfolgte sie aber am Ende nicht weiter. „Ich war zu diesem Zeitpunkt damit beschäftigt, ein Hotel an der Ostsee-Therme am Timmendorfer Strand zu bauen und nach vorne zu bringen“, erklärt er. „Wir sind ein kleines Unternehmen, machen alles selbst.“ Da sei keine Kapazität mehr für das Hofheimer Projekt geblieben.

Nun ist die Situation laut Stork eine andere. „Alles ist sehr konkret.“ Der Bebauungsplan sei längst rechtskräftig und das Dach des Thermengebäudes ohnehin bereits beim Bau dafür ausgelegt worden, dass es ein weiteres Geschoss tragen kann.

Die zwischenzeitlich in Gesellschafterkreisen diskutierte Idee, auch Eigentumswohnungen in dem Hotelkomplex unterzubringen, wie das an der Ostsee der Fall ist, wurde laut Stork wieder verworfen. „Das gibt der Bebauungsplan in Hofheim nicht her.“

Den Bau der Rhein-Main-Therme haben die Städte Hofheim und Kelkheim vor zehn Jahren mitfinanziert. Die Kommunen steuerten je 2,5 Millionen Euro für das 25 Millionen Euro-Projekt bei und ersparten sich im Gegenzug ihre eigenen maroden Schwimmbäder aufwendig zu sanieren. Das Hofheimer Schwimmbad wurde abgerissen, heute steht das Chinoncenter auf dem Platz neben dem Rathaus.

In Kelkheim existiert nur noch das Freibad. Im Gebäude des ehemaligen Hallenbades ist die Kindererlebniswelt Halligalli untergebracht.

Knapp 250 000 Euro Betriebskostenzuschuss zahlen Hofheim und Kelkheim jährlich für die Therme. Im Gegenzug können Schwimmclubs und Schulen das Vereinsbecken nutzen. Der Beitrag der Kommunen sei im Grunde ein Tropfen auf den heißen Stein, sagt Stork. Acht Millionen Euro müssten jedes Jahr insgesamt an Betriebskosten in der Therme gestemmt werden. Vor allem die Energiekosten hätten sich dramatisch erhöht.

Stork würde deshalb gern den Zuschuss der Städte an die Energiekosten koppeln. Nur einmal in zehn Jahren habe es bisher eine Erhöhung gegeben, sagt er. „Das ist nicht viel.“

Über die Badetarife, die von vielen Bürgern immer wieder als zu hoch kritisiert werden, will Heribert Stork nicht diskutieren. Rund 40 Euro für den Tagesaufenthalt einer vierköpfigen Familie findet er angemessen. „Gehen Sie mal mit zwei Kinder über die Kirmes. Da sind sie in einer halben Stunde locker 50 Euro los.“

Autor:  Andrea Rost
Datum:  23 | 2 | 2012
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