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Schüler malen fürs Hospiz

Flörsheim Zwölf Betten im Sterbehaus sind immer belegt / Hilfe von Kreis und Kommunen

Das blaue Pferd steht am unteren linken Bildrand, darüber wölben sich in Pastellfarben grasgrüne Flechten und rosa Berge. Das Bild, das Rahsan Kaya gemalt hat, wirkt federleicht, fast transparent. Im Wahlpflichtunterricht der Hofheimer Gesamtschule Am Rosenberg ist es entstanden. Sieben Schülerinnen und Schüler haben dort über mehrere Wochen Bilder für das Hospiz Lebensbrücke in Flörsheim gemalt.

Die Schule stiftete die großen quadratischen Leinwände, Kunstlehrerin Beate Haufe leitete die Neunt- und Zehntklässler an, unter dem Motto „Harmonie und Stille“ und nach Tiermotiven von Franz Marc kreativ zu werden. „Es hat Riesenspaß gemacht“, sagt Rahsan Kaya.

Sie habe mit den Schülern im Kunstunterricht über die Hospizarbeit gesprochen, sagt Beate Haufe. Den Anstoß zu dem Projekt gab eine Sozialpädagogin, die selbst als Hospizhelferin arbeitet. Die 14- und 15-Jährigen hätten ohne Zögern bei der Aktion mitgemacht.

Und doch blieben Fragen: Was genau ist ein Hospiz? Wie sieht es da aus? Welchen Menschen begegnet man in einem Sterbehaus?

Hell und luftig ist das Flörsheimer Hospiz, stellten die Jugendlichen bei einem Besuch fest, warme Farben prägen die Räume, Arbeiten von zahlreichen Künstlern aus dem ganzen Main-Taunus-Kreis zieren die Wände. Einige davon wurden jüngst im großen Flur im ersten Stock abgehängt, um Platz zu machen für die Bilder der Rosenberg-Schüler.

Ein Vierteljahr nach der Eröffnung des Hospizes im Oktober vergangenen Jahres kann Christa Hoffmann eine positive Bilanz ziehen. Freie Zimmer gebe es in dem 12-Betten-Haus so gut wie nie, sagte die Vorsitzende des Vereins Lebensbrücke der Frankfurter Rundschau. „Wir haben fast immer eine Warteliste.“ Die Patienten kommen aus dem ganzen Main-Taunus, aus dem Kreis Groß-Gerau, aus Wiesbaden und Frankfurt.

Der Verein Lebensbrücke ist Träger des Sterbehauses, dessen Bau durch Spenden und Sponsorengelder finanziert wurde. Allein eine halbe Million Euro gab die ARD-Fernsehlotterie. Zusammen 25 000 Euro haben jüngst der Main-Taunus-Kreis und die Main-TaunusStiftung zur Verfügung gestellt.

50 Hospizhelfer, die der Verein alle selbstausgebildet hat, betreuen die schwer kranken Patienten, 19 Pflegekräfte gibt es und einen Koch. An vielen Tagen ist auch Therapiehund Emma im Hospiz.

Jeweils 12 000 Euro hat die Einrichtung eines Zimmers gekostet. Mehr als die Hälfte der Main-Taunus-Kommunen haben eine Patenschaft für ein Zimmer übernommen. Kein Geld haben bisher Kelkheim, Bad Soden, Eppstein, Hofheim und Kriftel gegeben.

Für die Betreuung im Hospiz kommen zu 90 Prozent die Krankenkassen auf. 100 000 Euro pro Jahr muss der Hospizverein aus eigener Kraft aufbringen. Deshalb werden weiterhin Sponsoren und Paten gesucht, die die Arbeit im Sterbehaus mit einem festen Beitrag pro Jahr unterstützen.

Mehr Informationen unter www.hospizverein-lebensbruecke.de

Autor:  Andrea Rost
Datum:  26 | 1 | 2012
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