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22. März 2013

Vodafone Eschborn: Neue Welle für Vodafone

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Die strahlenden Gesichter können nicht darüber hinwegtäuschen: Die einen feiern ...  Foto: Martin Weis

Vodafone zieht 2014 in Eschborn in einen Neubau. Für Thomas Ellerbeck, Deutschland-Chef des Telekom-Riesen, ist das ein Bekenntnis zum Standort. Seine Mitarbeiter trauen den Versprechungen nicht. Sie protestieren beim ersten Spatenstich für das neue Gebäude.

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Dieser Neubau ist ein langfristiges Bekenntnis zum Standort Eschborn“, sagt der Deutschland-Chef von Vodafone, Thomas Ellerbeck. Dafür zwängte er seine Füße gestern extra in gelbe Gummistiefel und griff gemeinsam mit Bürgermeister Wilhelm Speckhardt (CDU) und Frank Lebsanft vom Projektentwickler Phoenix Real Estate Development und weiteren Offiziellen zum Spaten.

Sie starteten damit symbolisch die Bauarbeiten für ein sechsstöckiges Bürogebäude, das bis kommenden Mai zwischen Düsseldorfer, Mannheimer und Rahmannstraße entstehen soll. 30 Millionen Euro will Lebsanfts Unternehmen in den Bau mit dem Namen „New Wave I“ investieren. Vodafone hat schon jetzt einen Mietvertrag über zehn Jahre abgeschlossen. „Mit Verlängerungsoption“, wie Ellerbeck betonte.

Vodafone will aus dem Neubau heraus sein regionales Geschäft in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland steuern. Außerdem soll eine Abteilung in Eschborn „Innovationen im Festnetzbereich“ für ganz Deutschland vorantreiben. Die Gestaltung werde sich an der neuen Firmenzentrale in Düsseldorf orientieren, die ebenfalls von der Phoenix Real Estate Development errichtet worden ist.

Offene Bürostruktur gepriesen

Dort sei „eine komplett neue Arbeitswelt“ entstanden, berichtete Thomas Ellerbeck. Mit einer so offenen Bürostruktur, dass sogar er und seine beiden Vorstands-kollegen inzwischen an einem gemeinsamen Schreibtisch sitzen.

Vodafone betreibe „einen Umbau, aber keinen Abbau“, betonte Ellerbeck. Immerhin werde das Unternehmen auch künftig in Eschborn 1000 Männer und Frauen beschäftigen. Zurzeit sind es aber noch 350 mehr.

Deshalb hatten sich gestern rund 50 Vodafone-Mitarbeiter aus ihrem aktuellen Domizil an der Alfred-Herrhausen-Allee zu einer Demonstration an die Baugrube aufgemacht, um einmal mehr gegen die Verlagerung der Arbeitsplätze aus Eschborn nach Düsseldorf zu protestieren.

        

... und die anderen protestieren.
... und die anderen protestieren.
Foto: Martin Weis

„Ein Bekenntnis zum Standort schafft man nicht durch das Bauen von Bürogebäuden, sondern durch das Beschäftigen von Menschen“, sagte der Betriebsratsvorsitzende Lars Kreer. Der SPD-Bundestagskandidat im Main-Taunus-Kreis, Dieter Falk, warf den Verantwortlichen „persönliche Eitelkeit und Machtstreben“ vor.

Und der DGB-Vorsitzende für die Region Rhein-Main, Harald Fiedler, wies darauf hin, dass Vodafone am hiesigen Standort vor vier Jahren noch 2500 Beschäftigte hatte. Eschborns Bürgermeister Speckhardt stehe „bei neuen Investitionen immer im Mittelpunkt“, kritisierte Fiedler. „Aber wenn es um Arbeitsplätze geht, schweigt er.“

Das wollte der jedoch nicht auf sich sitzen lassen. Sicher könne nicht jeder Mitarbeiter „einfach so umziehen“, sagte Speckhardt. Doch die Entscheidung von Vodafone „hätte auch noch ganz anders ausgehen können“. Insofern sei er froh, „dass nun in Eschborn bald wieder Baukräne stehen“.

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