Länderspielwochen hinterlassen auch beim Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 mittlerweile Spuren. Gleich 15 Spieler fehlten Trainer Thomas Tuchel unter der Woche bei den Übungseinheiten, ein Teil war verletzt, ein anderer zum Nachholspiel der U 23 abgestellt. Und allein sieben Profis waren in internationalem Einsatz unterwegs.
Andreas Ivanschitz, der 49-fache österreichische Nationalspieler, trainierte weiter in Mainz - mit dem 2:1 seiner Heimatelf gegen Dänemark hatte der bei Rapid Wien ausgebildete Spielmacher nichts zu tun. Mal wieder nicht. "Die Nationalef ist derzeit leider kein Thema. Ich kann es nicht erzwingen", sagte der 26-Jährige dem Fachmagazin kicker. Indes würde er nur zu gern wieder für Österreich glänzen; spätestens dann, wenn die Alpenauswahl in der EM-Qualifikation eben gegen Deutschland spielt. Ivanschitz: "Es bringt nichts, sich den Kopf darüber zerbrechen."
Ohnehin hat die Mainzer Nummer 25 auch genug mit sich selbst zu tun: Einer famosen Vorrunde mit sechs Toren und sechs Torvorlagen in den ersten elf Spielen schließt sich bislang eine wenig befriedigende Rückrunde an. Eine Gelbsperre, ein grippaler Infekt, dem sich eine Blutuntersuchung anschloss, verhinderten, dass Ivanschitz wie gewohnt auftrumpfte. Einerseits.
Andererseits musste der Linksfüßer nach nur 34 Minuten gegen Werder Bremen und der Roten Karte gegen Florian Heller aus taktischen Gründen weichen. Ist Ivanschitz schon so einfach austauschbar? "Grundsätzlich war es unglücklich. Doch ich bin nicht nachtragend." Ihm fehle das Erfolgserlebnis, sagt der als sensibel geltende Familienvater, der auch schon zuvor gegen Bochum vorzeitig das Feld räumen musste.
Am Sonntag steht nun das schwierige Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim (17.30 Uhr) an. Eine Auseinandersetzung, die nach lauf- und zweikampfstarken Protagonisten auf Seiten der Gäste verlangt. Gerade in der zentralen Zone. Ist Ivanschitz dafür gewappnet? "Ich bin wieder hungrig", verspricht er.
Vielleicht erinnert sich der Stratege auch ans Hinspiel gegen die Kraichgauer: Damals, am 3. Oktober, besorgte er nach nur sechs Minuten das wegweisende 1:0 zum 2:1-Erfolg. Ein Volltreffer Marke Tor des Monats. Und als er nach 77 Minuten für Peter van der Heyden Platz machen musste, gab es Ovationen am Bruchweg. Wenn das kein gutes Omen ist.
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