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MZ 05
Spielberichte, Interviews, News und Hintergründe zu Mainz 05

09. November 2012

Bundesliga Mainz - Nürnberg: Mainzer siegen 2:1 gegen Nürnberg

 Von Jan Christian Müller
Jan Kirchhoff (L) von Mainz trifft. Foto: Bongarts/Getty Images

Beim 2:1 der Mainzer im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg drängt sich der vierte Offizielle in den Mittelpunkt.

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Beim 2:1 der Mainzer im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg drängt sich der vierte Offizielle in den Mittelpunkt.

Vor dem Freitagspiel gegen den 1. FC Nürnberg hat der Mainzer Trainer Thomas Tuchel sich an ein Gleichnis des ehemaligen Bundesligakollegen Christoph Daum erinnert. Daum hatte einst seinen verzagten Spielern nach etlichen vergebenen Chancen die Mentalität eines Staubsaugervertreters nahegelegt: „Der ist überzeugt, dass er bei zehn Hausbesuchen einen Staubsauger verkauft. Und wenn er an neun Türen noch kein Gerät verkauft hat, muss er das Selbstvertrauen haben, dass es dann eben an der zehnten Tür klappt.“

Bei Mainz 05 hatten vergangene Woche beim unnötigen 1:2 in Bremen allen voran Andreas Ivanschitz und Nicolai Müller in bester Position vor dem gegnerischen Tor gepatzt. An die beiden Offensivkräfte dachte Tuchel besonders, als er Daum zitierte. Tuchels Taktik sollte sich beim 2:1 (2:1) vor 31390 Zuschauern als praktikabel erweisen: Weder Müller noch Ivanschitz benötigten, wie der imaginäre Kollege mit den Staubsaugern, neun Anläufe, um zu treffen, sondern schossen gleich bei ihren ersten Versuchen je ein Tor. Müller traf schon nach zwölf Minuten mit rechts, nachdem er seinen Gegenspieler Marvin Plattenhardt stehen gelassen hatte wie einen Fliegenpilz auf feuchtem Waldboden; Ivanschitz mochte da nicht lange nachstehen und machte neun Minuten später nach feiner Vorarbeit seines österreichischen Landsmannes Julian Baumgartlinger das 2:0.

Das Spiel hatte mit zehnminütiger Verspätung begonnen, weil auf den Autobahnen zwischen Frankfurt und Mainz wegen Unfällen zwei lange Staus entstanden waren. Den Nürnbergern, die zuvor bereits sechsmal in Serie mit Niederlagen zurück nach Franken gefahren waren, tat das sichtlich weniger gut als den hoch motivierten Gastgebern. Die hatten ihre letzten vier Heimspiele allesamt ohne Gegentor gewonnen und gingen offenbar davon aus, dass diese Serie einer Selbstverständlichkeit gleichkommt. Tut sie aber nicht, Nürnberg überstand sogar drei falsche Einwürfe, die vor allem Trainer Dieter Hecking in Wallung brachten, und wurde besser. Die vierte gute Chance verwandelte Verteidiger per Nilsson fünf Minuten vor der Pause per Kopf nach Freistoßflanke des sehr guten Japaners Hiroshi Kiyotake. Der vom auffällig zurückhaltend sogar mit einigen Pfiffen empfangene US-Bundestrainer Jürgen Klinsmann beobachtete seinen in der Jugend der Frankfurter Eintracht ausgebildeten Nationalspieler Timothy Chandler, der viele Kilometer fraß.

Interessant war ansonsten noch, dass sich der Vierte Schiedsrichter Martin Petersen aus Stuttgart zwischendurch mit beiden Trainern anlegte, statt die aufregten Männer zu beruhigen, ging der Unparteiische am Spielfeldrand sowohl Tuchel als auch Hecking reichlich auf die Nerven. Hecking rächte sich bitterlich, indem er in der 73. Minute gleichzeitig drei neue Spieler einwechselte. Viel Arbeit also für den Vierten Mann. „Ich habe keine Lust, dass ich beim Coaching gestört werde. Und das noch in einer arroganten Art, wie ich sie noch nie erlebt habe. Ich werde jetzt einen Bericht verfassen und wo auch immer hinschicken“, sagte der Thomas Tuchel.

Die Mainzer hatten in der zweiten Halbzeit nur mühsam wieder Zugriff auf das aufregende Spiel bekommen. Es wogte hin und her, es gab sogar einmal Rudelbildung und zehn Gelbe Karten, aber es gab bis auf den Kopfball des für den verletzten Bo Svensson eingewechselten Jan Kirchhoff an die Latte kaum klare Chancen.

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