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Mainz
Spielberichte, Interviews, News und Hintergründe zu Mainz 05

06. März 2016

Bundesliga: Mainz nur Remis gegen Darmstadt

 Von 
Der Mainzer Jhon Cordoba (li.) und Darmstadts Aytac Sulu streiten nach dem Platzverweis.  Foto: dpa

Nach dem Überraschungserfolg gegen Bayern München reicht es für Mainz 05 gegen die abstiegsbedrohten Darmstädter nur für ein torloses Unentschieden. Giulio Donati wird wegen einer Tätlichkeit des Platzes verwiesen und erweist seiner Mannschaft damit einen Bärendienst.

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Es war ein Nachmittag der intensiven Körperkontakte am Sonntag in der prall gefüllten Fußballarena von Mainz. Nach den 92 Minuten zwischen Mainz 05 und Darmstadt 98, in denen es keine Tore gegeben hatte, umarmten die Kontrahenten sich innig im Kollektiv, es waren dieselben Gegenspieler, die zuvor noch auf dem Platz weniger pfleglich, aber dennoch nur in Ausnahmefällen unfair miteinander umgegangen waren. Dirk Schuster, der Trainer mit den listigsten Augen der Liga, traf hinterher eine nahezu präzise Diagnose: „Es war ein rassiges Spiel, beide Mannschaften haben sich nichts geschenkt.“

Nur eine Chance für die Lilien

Das stimmte fast, aber eben nicht ganz. Denn tatsächlich schenkte der bis dahin bärenstarke Mainzer Rechtsverteidiger Giulio Donati den Darmstädtern mit seiner Tätlichkeit mehr als eine halbe Stunde Überzahl. Die Hessen nahmen das Geschenk allerdings nur zu einem Drittel an, am Ende waren sie mit einem Punkt ebenso vollauf zufrieden wie die Nullfünfer, die mit sieben Zählern aus der Englischen Woche gegen Leverkusen, in München und gegen Darmstadt gegangen sind und nunmehr einräumen müssen, dass sie mit dem Abstieg fortan nichts mehr zu tun haben werden.


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Bösewicht Donati war von seinem Trainer Martin Schmidt am Tag vor dem Spiel noch in düsterer Vorahnung eigens beiseite genommen worden. „Ich weiß ja, dass er ein hitziger Italiener aus der Toskana ist. Also habe ich ihn auf ein hitziges Derby vorbereitet und ihm gesagt, dass er kühlen Kopf behalten soll. Vielleicht war das ein Fehler und ich habe damit schlafende Hunde geweckt“, berichtete der Schweizer Schmidt hinterher mit einem breiten Lächeln. Er musste sich nicht großartig grämen, denn auch in Unterzahl hatte seine Mannschaft sich als ausgesprochen wehrhaft erwiesen.

Darmstadt kam im Grunde über die gesamte Spieldauer hinweg nur zu einer einzigen klaren Chance. Die vergab der gerade eingewechselte Konstantin Rausch nach feiner Vorarbeit von Sandro Wagner in der 62. Minute. Der nimmermüde Mittelstürmer Wagner war es auch gewesen, der Donati nach 56 Minuten zu dessen Revancheaktion getrieben hatte. Zuvor war Wagner von hinten in Donati hineingerauscht, keine bösartige Aktion und noch nicht einmal ansatzweise ein Grund, deshalb nachzutreten. Zwar verwies Donati hinterher auf zwei Stollenabdrücke auf einer Hand, aber so etwas passiert in einem derart umkämpften Spiel halt. Der Übeltäter muss nun einer Drei-Spiele-Sperre rechnen und darf sich darüber nicht beschweren, wiewohl er sich nach dem Abpfiff beim guten Schiedsrichter Benjamin Brand entschuldigte.

Auch mit einem Mann mehr auf dem Spielfeld verzichteten die Darmstädter darauf, ihre Abwehr zu entblößen und die Gastgeber mehr unter Druck zu setzen. „Es wäre blöd gewesen, hinten aufzumachen“, begründete Wagner später, „wir wissen schließlich um die Konterstärke der Mainzer.“ Die kamen zwar auf zwei, drei gute Chancen, taten sich aber schwer mit der unorthodoxen Spielweise der Lilien. Mainz fand selten seinen Rhythmus, nach dem heroischen 2:1-Sieg vom vergangenen Mittwoch in München waren diesmal ganz andere Kunstfertigkeiten gefragt. „Das war auch eine mentale Geschichte für uns“, räumte Verteidiger Leon Balogun rückblickend ein.

Es war dann auf schwerem Geläuf ganz bestimmt kein Joachim-Löw-Spiel mit vielen sehenswerten Flachpässen, es war aber allemal eine Partie, in der die Protagonisten vor allem in der Defensivarbeit großartige Athletik präsentierten. Nach manchem Luftkampf wunderte man sich, dass die Duellanten überhaupt mit allen Extremitäten am Leib wieder aufstanden. Der bärenstarke Balogun, vor Saisonbeginn von Gegner Darmstadt gekommen, sprach hinterher von gefühlt „134 Kopfballduellen“ und befand: „Das Körperliche hat Spaß gemacht.“

„Wir nehmen jeden Punkt mit“

Während Mainz vor dem Auswärtsspiel am kommenden Sonntag in Dortmund Kontakt zu den Champions League-Plätzen gehalten hat, sollten Fans von Eintracht Frankfurt nicht zu sehr hoffen, dass die widerstandsfähigen Darmstädter als neuer Tabellennachbar zum Saisonschluss schwerwiegend einbrechen werden. „Wir nehmen jeden Punkt gerne mit“, sagte Marcel Heller am Sonntagabend, „aber jetzt ist es nächsten Samstag gegen Augsburg mal wieder an der Zeit, einen Heimsieg anzupeilen.“ Was einen angenehmen Nebeneffekt hätte: Darmstadt könnte sich die derzeit punktgleichen Augsburger damit bis auf weiteres vom Hals schaffen.

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