Christian Streich war restlos bedient. Der Trainer des SC Freiburg ist ein auffällig emotionaler Mensch, und so musste sich Schiedsrichter Markus Schmidt nach dem Schlusspfiff im Vorbeigehen noch ein paar deutliche Worte des Fußballlehrers anhören. Schmidt hat das lächelnd ausgehalten. Freiburg hatte beim Mainz 05 1:3 (0:3) verloren, Freiburg hatte schon nach 17 Minuten 0:3 zurückgelegen, Freiburg war schon nach sechs Minuten um einen Mann dezimiert gewesen.
Dass ein Trainer, noch dazu in seinem zweiten Spiel in der Bundesliga und mitten drin im Abstiegskampf, sich dann auch mal etwas Luft machen muss, kennt ein erfahrener Schiedsrichter und schaltet die Ohren dann schon mal gnädig auf Durchzug.
Rot für Diagne
Streich war so sehr in Wallung geraten, weil sein Innenverteidiger Fallou Diagné wegen einer Notbremse im Strafraum gegen den Mainzer Stürmer Adam Szalai bereits in der sechsten Minute die Rote Karte gesehen hatte, ehe Eugen Polanski die Führung durch Eric Maxim Choupo-Moting aus der dritten Minute auf 2:0 ausbaute.
Wiederum Choupo-Moting traf dann recht bald zum 3:0, „und dann“, stöhnte Streich, „war es ein schöner Nachmittag für die Mainzer. Die konnten passen und wir sind hinterhergelaufen.“ Das 1:3 durch Pavel Krmas (68.) ließ die frustrierende Angelegenheit aus Sicht des neuen Tabellenletzten zumindest noch erträglicher aussehen.
Tuchel hat kein Mitgefühl
Man kann Streichs Ärger aus der Sicht durch die Vereinsbrille sogar verstehen, denn selbst die fünfte oder sechste Zeitlupe der Strafstoßszene blieb interpretationswürdig. Aber in Echtzeit hatte es nun einmal so ausgesehen, dass Diagné den einschussbereiten Szalai zu Fall gebracht hätte. Sicher acht oder neun von zehn Unparteiischen hätten da genauso gepfiffen wie Schmidt, und der Platzverweis war danach zwingend, so hart diese Regel auch sein mag.
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Streichs Kollege Thomas Tuchel war denn auch wenig geneigt, Mitgefühl zu äußern: „Das war eine Entscheidung, die man so treffen kann. Es reicht auch ein kleiner Kontakt, um aus dem Gleichgewicht zu kommen, dann gibt es Strafstoß und dann gibt es Rot. Das ist hart, aber das ist auch konsequent.“
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