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FSV Mainz: Wetklo hadert, Schlaudraff catcht

        

Zu viel gemault: Felix Zwayer zeigt Christian Wetklo Gelb.
Zu viel gemault: Felix Zwayer zeigt Christian Wetklo Gelb.
Foto: Hübner

Warum der zeternde Mainzer Torwart Wetklo sich nach Spielschluss eine Verwarnung abholt und Mutter Schlaudraff über ihren Sohn Jan nur den Kopf schütteln kann.

Mainz –  

Plötzlich und unerwartet verlor Torwart Christian Wetklo die Contenance. Das sehr sehenswerte Spiel von Mainz 05 gegen Hannover 96 hatte gerade durch ein spätes 1:1 der Gäste ein gerechtes Ergebnis erfahren, als der als emotional bekannte 05-Keeper nicht mehr an sich halten konnte und wild gestikulierend mit Schiedsrichter Felix Zwayer aus Berlin haderte. Später, als er sich wieder beruhigt hatte, erklärte Wetklo, was los gewesen war. „Ich habe ihm gesagt, dass ich noch nie ein so schlechtes Spiel von ihm erlebt habe.“

Zwayer habe das zur Kenntnis genommen und ihm dann die Hand reichen wollen. Wetklo sagte, er hätte abgelehnt, worauf Zwayer ihm die Gelbe Karte zeigte, was laut Regelwerk auch nach Spielschluss noch möglich ist.

Tuchel kein gutes Vorbild

Eigentlich ist der gebürtige Gelsenkirchener Wetklo ein sympathischer Zeitgenosse, sein Verhalten gegenüber dem Referee ist indes nicht das, was man sich bei den 05-Verantwortlichen als professionelle Außendarstellung vorstellt.

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Der in der ersten Halbzeit ständig lamentierende Trainer Thomas Tuchel ist indes da kein gutes Vorbild. Dabei hätten die Mainzer eigentlich einen bunten Strauß Blumen oder eine gute Flasche Cognac mitsamt Danksagungskarte in die Schiedsrichterkabine bringen müssen.

Denn Verteidiger Niko Bungert hätte sich sicher nicht beschweren dürfen, wenn er schon in der 50. Minute nach einem Foul an Lars Stindl mit Gelb-Rot vom Platz gestellt worden wäre. Bungert hatte schon in der ersten Halbzeit Gelb gesehen, das taktische Foul an Stindl nach eigenem Ballverlust unmittelbar vor dem Strafraum war allemal gelbwürdig.

Mainz mit spektakulärer Rettungsaktion

Aber Zwayer beließ es bei einer Ermahnung für Bungert. Den wollte Tuchel sodann zum Selbstschutz auswechseln. Doch just, als der Vierte Unparteiische bereits die Tafel mit Bungerts Rückennummer 26 hochhielt, lag Zdenek Pospech verletzt am Boden und musste raus.

Bungert spielte also weiter und machte das dann fehler- und foulfrei. „Der konnte sich beim Schiri bedanken, er hat schon in der ersten Halbzeit Glück gehabt, dass er nicht runter musste“, witzelte Hannovers hängende Spitze Jan Schlaudraff hinterher gut gelaunt, „da hätte selbst Lionel Messi gegen ihn spielen können, der Bungert wäre 90 Minuten auf dem Platz geblieben.“

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Schlaudraff leistete sich seinerseits kurz vor dem Abpfiff eine Catcheinlage gegen Eric Maxim Choupo-Moting, für die er Gelb sah.

Unglücklicherweise genau dort, wo Schlaudraffs Eltern, beide große Mainz-05-Fans, ihre Dauerkartenplätze haben. „Meine Mutter hat von der Tribüne hinunter nur mit dem Kopf geschüttelt“, berichtete Schlaudraff hinterher, „sie wollte sich so was nicht ansehen.“

Den Schlaudraff-Eltern war nicht nur wegen der intensiven Schlussphase ein aufregender Nachmittag beschert worden. Sie hatten schon in der siebten Minute das 1:0 durch Mohamed Zidan gesehen – von diesem mit Schnuller im Mund zu Ehren der ersten erfolgreichen Gehversuche seines Sohnes gebührend gefeiert – und sie hatten außerdem kurz nach der Pause die wohl spektakulärste Rettungsaktion der laufenden Saison erleben dürfen: Radoslav Zabavnik klärte, quer in der Luft liegend, mit der Fußspitze gegen Hannovers Stürmer Mohammed Abdellaoue.

Derart halsbrecherische und noch dazu erfolgreiche Taten wünschen sich die 96er am Donnerstag in der Europa League nicht von ihren Gegnern. Dann kommt Christoph Daum mit dem FC Brügge nach Hannover.

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Autor:  Jan Christian Müller
Datum:  13 | 2 | 2012
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