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Spielberichte, Interviews, News und Hintergründe zu Mainz 05

01. Oktober 2012

Mainz 05: Erlösende Momente in Wolfsburg

 Von Frank Hellmann
Macht den Luca Toni: Adam Szalai (l.) und Elkin Soto. Foto: dpa

Mainz 05 gelingt in Wolfsburg ein wichtiges Erfolgserlebnis. Thomas Tuchel hat daran großen Anteil: Die Taktik des Trainer geht voll auf, Wolfsburg wird mit den eigenen Waffen geschlagen.

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Mainz 05 gelingt in Wolfsburg ein wichtiges Erfolgserlebnis. Thomas Tuchel hat daran großen Anteil: Die Taktik des Trainer geht voll auf, Wolfsburg wird mit den eigenen Waffen geschlagen.

Wolfsburg –  

Es gibt Tage, da verbietet sich für einen Profifußballer jeder Blick auf die Tabelle. Aber als die Kicker des FSV Mainz 05 nach dem schwer erkämpften 2:0 (2:0) beim VfL Wolfsburg den langen Gang zu der Kabine nahmen, haben sich ziemlich viele Augen auf die Monitore gerichtet, die das aktuelle Ranking nach sechs Spieltagen abbildeten – mit Mainz als Elftem.

Trainer Thomas Tuchel sprach hinterher erschöpft, aber glücklich von einem Schlüsselerlebnis, „in dem für die nächsten Wochen ganz viel Klebstoff drin ist.“ Sieben Punkte seien eingedenk des schwierigen Startprogramm mit vier Auswärtsspielen – davon Aufgaben in München und auf Schalke – aller Ehren wert.

Tuchel schlägt Magath

Der 39-Jährige wollte gar keinen Hehl daraus machen, „dass das spielerisch nichts Positives war, aber ich habe die totale Aufopferung gesehen.“ Der eine oder andere hatte in der Arena am Mittellandkanal wahrlich „sein letztes Hemd“ gegeben – eine zutreffende Beschreibung für eine starke Abwehrleistung, bei der die Innenverteidiger Niko Bungert und Nikolce Noveski einen perfekten Tag erwischten.

So durfte Tuchel, der vor Saisonbeginn eher aus einer Laune heraus Wolfsburg als Meisterschaftsfavorit benannte, für sich in Anspruch nehmen, den Altmeister Felix Magath mit den eigenen Waffen geschlagen zu haben: Sah sein Matchplan doch ein körperbetontes, defensivorientiertes Spiel vor, im dem lange Bälle zum erlaubten Stilmittel zählten. „Es war ein guter Plan vom Trainer“, befand auch der Mittelfeld-Fighter Julian Baumgartlinger.

Nicht ganz zufällig fiel denn auch das wegweisende Führungstor nach einem Freistoß von Ivanschitz, woraufhin der stark spielende Linksverteidiger Junior Diaz den Ball vor Naldo mit dem Kopf ins Tor lenkte (27.). Dem Premierentreffer des 29-jährigen Costa-Ricaners war ein Ballverlust von Diego vorausgegangen, der in Wolfsburg noch immer wie eine verunglückte Kopie des genial veranlagten Originals wirkt. Zudem verwandelte Stürmer Adam Szalai nach einer Ivanschitz-Flanke frei zum 2:0 (37.). Bei beiden Treffern habe er einem „reinen Bauchgefühl“ vertraut, einen Abnehmer zu finden, räumte der österreichische Vorlagengeber ein.

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Tuchel fühlte sich in der Ansicht bestärkt, Diaz trotz eines auf Schalke verschuldeten Elfmeters gleich noch das dritte Bundesligaspiel zugetraut zu haben. „Der Junge bringt die totale Bereitschaft mit.“ Zu Saisonbeginn für den Schnäppchenpreis von 80000 Euro von Wisla Krakau gekommen, hatte er lange mit den Nachwirkungen eines Muskelfaserrisses zu kämpfen, flog dann kürzlich wegen der Geburt seiner zweiten Tochter für einige Tage in die Heimat. Tragisch, dass ausgerechnet Diaz in Wolfsburg mit einem dick bandagierten Fuß ausschied – eine Diagnose wird erst am Montag erwartet.

Magaths Schulterzucken

Am Sonntag überwog bei den Verantwortlichen der Mainzer die Genugtuung. Christian Heidel jubilierte darüber, „dass die Wolfsburger unsere Spielanlage nicht mögen.“ Der Manager wollte einen „verdienten Sieg“ gesehen haben, garniert mit „Kampf pur“. Präsident Harald Strutz („Nach so einer Überraschung haben wir uns alle gesehnt“) brachte den dezenten Hinweis gegen den Werksverein an, dass es wichtig sei, „wenn Klubs wie Freiburg, Augsburg und Mainz, die Leidenschaft und Identifikation darstellen, weiter in der Liga bestehen.“ Strutz empfahl, „diesen Schwung gegen Düsseldorf mitzunehmen.“

Eher unschöne Zeiten stehen dagegen dem Standort Wolfsburg ins Haus, wo Felix Magath offenbar die ersten Beschimpfungen der Kundschaft nicht gehört haben wollte. Auf die Krisenstimmung reagierte der Impresario auf seine Art – mit einer trotzigen Gegenrede. „Wir haben unser bestes Spiel gemacht“, sagte der Trainer und Manager selbstgefällig. Gar nicht beteiligen wollte sich Magath an einer Diskussion um seine Position. „Ich mache meinen Job so gut ich kann.“ Er könne bei solchen Debatten nur „mit den Schultern zucken“. Und der Blick auf die Tabelle sei doch nicht weiter schlimm, denn: „Nach sechs Spieltagen wird noch keine Saisonbilanz gezogen.“

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