Heinz Müller ist Kummer gewohnt. Aber das ändert nichts daran, dass der 34-Jährige sich mächtig grämt, weil er auch am Samstag beim Spiel seines Arbeitgebers FSV Mainz 05 gegen Fortuna Düsseldorf nur von der Tribüne aus zuschauen kann. Der Torwart, laut Fachblatt Kicker Notenbester seines Fachs in der Mainzer Überfliegersaison 2009/2010, hatte sich in der Vorbereitung zur laufenden Runde einen Faserriss an der rechten Adduktorenmuskulatur zugezogen. Dort, wo die Sehne des Muskels am Schambein befestigt ist, dauert die Heilung besonders lange. Müller bekommt das derzeit sehr unangenehm zu spüren.
Ursprünglich hatte er vor, den Kollegen Christian Wetklo anzugreifen und sich den in der Vorsaison verlorenen Stammplatz zurückzuholen. Stattdessen ist Müller zum Nichtstun gezwungen, was dem Muskelmann sehr schwer fällt, auch wenn die Situation für den gebürtigen Frankfurter nicht neu ist.
In seiner bewegten Karriere hat er bereits mehrfach längere Verletzungspausen einlegen müssen: Vor neun Jahren beim damaligen Zweitligaabsteiger Jahn Regensburg wegen zwei Operationen am nun wieder lädierten Schambein, vor sieben Jahren beim norwegischen Erstligisten Lilleström SK nach einem Handbruch sowie im Januar 2008 wegen eines Kreuzbandrisses beim FC Barnsley in der zweiten englischen Liga.
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Zweimal hat Müller in diesem Herbst bereits Trainingsversuche unternommen, sie kamen jeweils zu früh. „Es ist eine extrem langwierige Angelegenheit“, sagt Trainer Thomas Tuchel, Müller werde nun umso vorsichtiger einen Zwölf-Punkte-Stufen-Plan in der Reha einhalten, auch wenn das dem ehrgeizigen Torwart schwer fällt. „Aber“, so Tuchel, „niemand hat Lust, dass Heinz zu früh zu viel macht und wir hinterher wieder etwas bereuen.“
Vor dem Spiel vor knapp zwei Wochen beim FC Bayern war Müller mit nach München gereist, um sich vom Bayern-Mannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt untersuchen zu lassen. Der erklärte ihm, dass er sich konsequent schonen muss. Derzeit wird Müller von Loris Karius vertreten. Aber der 19-Jährige ist noch weit vom Bundesliganiveau entfernt. Wetklo sollte sich besser nicht verletzten. Denn Müller kommt nicht vor November zurück.
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