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29. Oktober 2012

Mainz 05: Szalai kann den Move

 Von Jan Christian Müller
An der Handhaltung muss noch ein wenig gearbeitet werden: Adam Szalai, tanzend. Foto: Jan Huebner

Gegen erschreckend harmlose Hoffenheimer trumpft Adam Szalai groß auf: Der Mittelstürmer des FSV Mainz 05 erzielt drei Tore und zelebriert die Treffer im Gangnam Style.

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Gegen erschreckend harmlose Hoffenheimer trumpft Adam Szalai groß auf: Der Mittelstürmer des FSV Mainz 05 erzielt drei Tore und zelebriert die Treffer im Gangnam Style.

Mainz –  

Als das 3:0 des FSV Mainz 05 gegen 1899 Hoffenheim unter Dach und Fach war, ist 05-Pressechef Tobias Sparwasser auf Wunsch des dreifachen Torschützen Adam Szalai zur Tat geschritten. Sparwasser ließ sich den Ball von Schiedsrichter Guido Winkmann aushändigen, um ihn sodann an den Ungarn Szalai weiterzureichen. Der Mittelstürmer hat nun ein Erinnerungsstück an schöne anderthalb Stunden, die er mit zwei Kopfballballtreffern und einem Flachschuss in die Ecke krönte.

Seine Tore fünf, sechs und sieben der laufenden Saison feierte der 24-Jährige mit dem aktuell weltweit aufregendsten Tanzschritten: dem „Gangnam Style“ des südkoreanischen Rappers Psy, der mit seinem auf dem Onlineportal YouTube schon mehr als eine halbe Milliarde Mal angeklickten Song nicht nur in Deutschland auf die Spitzenposition der Hitparade gestürmt ist.

„Ich habe das Lied immer im Kopf“, berichtete Szalai, das habe ihn dazu verleitet, „den Move zu machen“. Szalai befindet sich dabei in prominenter Gesellschaft: Auch Sebastian Vettel tanzte den Gangnam Style nach seinem Sieg in Südkorea, Britney Spears kann ihn ebenso wie der chinesische Künstler Ai Weiwei.

Dickes Lob vom Trainer

Vor allem aber überzeugten Szalais Moves auf dem Fußballplatz, was ihm abseits der Tore ein dickes Lob vom Trainer einbrachte. „Adam ist immer unser erster aggressiver Abwehrspieler“, analysierte Thomas Tuchel, „er hat einen Weg gefunden, sich nicht nur übers Toremachen zu definieren, sondern über seinen Wert für die Mannschaft.“

Dieser Wert erhöht sich freilich mittels Treffsicherheit des Belobigten. Szalai war dabei auffällig bemüht, seine Hochleistung in den Kontext der Teamanstrengungen zu stellen: „Ich konnte bei allen drei Toren mit einem Kontakt verwandeln, das zeigt, wie gut die Vorarbeit war.“ Insgesamt, freute sich Tuchel, habe sein Team „Männerfußball gespielt“, ein Kompliment, das beim Gegner in vergifteter Form angekommen sein muss: Hoffenheim präsentierte allenfalls eine gehobene Qualität jugendlicher Sorglosigkeit und Naivität, „das Zweikampfverhalten reicht so nicht für die Bundesliga“, interpretierte Manager Andreas Müller säuerlich wie treffend, „die Mannschaft muss lernen, seriös auf Bundesliganiveau in der Defensive zu arbeiten“.

Was, siehe Adam Szalai, bereits ganz vorne beginnt, wo Hoffenheimer Künstler wie Joselu und Roberto Firmino, auch Kevin Volland und der Japaner Takashi Usami nette Kleinigkeiten vorführen, dabei aber dazu neigen, das große Ganze aus den Augen zu verlieren. „Schlampig nach vorn, ohne Wachheit nach hinten“, stellte Trainer Markus Babbel einigermaßen entnervt fest − „da kriegst du ein Problem!“ Ein Problem, mit dem auch der Chefcoach höchstpersönlich nun zu kämpfen hat. Nichts ist sichtbar besser geworden, seit er im Februar von Holger Stanislawski übernommen hat.

Warten auf Klasnic

Bei Mainz 05 dagegen deutet sich an, dass die Politik der ruhigen Hand Früchte tragen könnte, was in diesen aufgeregten Zeiten bestimmt nicht einfach ist. Trotz Rekordgewinns von fast sechs Millionen Euro sind Tuchel, Manager Christian Heidel und Präsident Harald Strutz übereingekommen, den Kader zu verschlanken und nur sehr zurückhaltend einkaufen zu gehen.

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Ein paar Bauchmerzen hatten sie nach den ersten schwachen Saisonspielen von Stürmer Szalai dann doch und holten in aller Eile Ivan Klasnic, der aber nach wie vor nicht einsatzfähig ist. Angesichts von Szalais positiver Entwicklung können die Mainzer das momentan kompensieren. Jetzt muss Boss Strutz nur noch den Gangnam Style lernen. Als Leadsänger der Rockband The Stags hat er Weiterbildungsbedarf: „Ich kenne nur die Schrittfolgen von Mick Jagger.“

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