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19. Januar 2013

Autoverkehr: Teure Schilder

 Von Andrea Wagenknecht

Kennzeichen kosten in Mainz deutlich mehr als in anderen Städten. Das ARD-Verbrauchermagazin „plusminus“ prangert eine Schilderfirma wegen ihrer Preise an, die gleichzeitig auch die Zulassungsstelle gebaut hat

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Den kurzen Weg zum neuen Autokennzeichen muss der Kunde in Mainz teuer bezahlen. 34 Euro für das Schilderpaar nimmt die Firma Schilder-von-der-Heyden, die ihren Laden in der Zulassungsstelle betreibt. Dort bietet Konkurrent EHA die Schilder sogar für 36 Euro an. Schon 500 Meter weiter kostet der Satz nur 30 Euro. Im ländlichen Simmern nimmt ein Schildermacher für das Paar 25 Euro, in Boppard nur 18 Euro.

Von einer 1000-prozentigen Gewinnspanne wird im ARD-Verbrauchermagazin „plusminus“ beim Preis von 34 Euro gesprochen. Das weist Christoph von der Heyden von der gleichnamigen Firma entschieden zurück: „Das ist natürlich Quatsch. Wir haben auch entsprechend hohe Mieten und Mitarbeiterkosten.“ 34 Euro sei für einen Satz Schilder ein „normaler Preis“. Der Durchschnitt liege in Deutschland etwa bei 30 Euro.

Der Schildermacher von der Heyden betreibt allerdings in Mainz nicht nur den Laden für die Kennzeichen, sondern er hat die gesamte Zulassungsstelle gebaut. Zu einem „geringen Mietzins“, wie Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr bestätigt, hat er die Räume an die Stadt vermietet. Für beide Parteien kein schlechtes Geschäft: Von der Heyden sichert sich so einen Schilderladen in bester Lage, und die Stadt muss für ihre Zulassungsstelle nur eine Miete aufbringen, die nach Angaben von Peterhanwahr im unteren Drittel der Vergleichsmieten liegt. Letztendlich zahlt der Kunde drauf – zumindest, wenn er die Schilderpreise nicht vergleicht.

Das Prozedere sei deutschlandweit nicht unüblich, meinen Stadt und Schildermacher. Die Firma von der Heyden ist etwa in der Stadt Witten ebenfalls Vermieter der Zulassungsbehörde. Peterhanwahr erklärt: „Die Stadt ist kein Kartellwächter. Der Firma von der Heyden gehört das Gelände, und sie hat in unserem Auftrag die Zulassungsstelle gebaut. Die Kooperation lief absolut problemlos. Wie der Investor sich nun refinanziert, ist nicht unsere Sache.“ Darüber hinaus, so Peterhanwahr, sei der Laden ja nicht konkurrenzlos. Klauseln, dass etwa im Umkreis keine weiteren Schilderläden zugelassen seien, gebe es im Vertrag zwischen Stadt und Firma von der Heyden nicht. Darauf verweist auch Christoph von der Heyden: „Wir haben ja keine Monopolstellung. Ein Konkurrent ist sogar unser Mieter in der Zulassungsstelle.“ Die Räume für die Schilderläden wurden öffentlich ausgeschrieben. Geprüft wurde dabei vor allem die Bonität der Firma. „Natürlich müssen wir darauf achten, dass die Miete erwirtschaftet werden kann“, erklärt von der Heyden.

Für kleine Schilderläden ist der Kampf um den besten Standort dabei allerdings selten zu gewinnen. Ein Schildermacher aus Hessen, der namentlich nicht genannt werden will, hatte sich vergeblich für die Räume in der Mainzer Zulassungsstelle beworben. „Wir haben ja niemals die Mittel, um eine Zulassungsstelle zu bauen“, sagt eine Sprecherin der Firma. Hinzu kommt: Das Werben in den Räumen der Zulassungsbehörden ist für andere Schildermacher natürlich nicht erlaubt.

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