Für eine Stehplatzkarte im Derby zwischen Eintracht Frankfurt und Mainz 05 am kommenden Dienstag 19 Euro: Das ist einigen Mainzer Fußballfans zu viel. Die „AG Kein-Zwanni“, die zu Beginn dieses Jahres in Mainz gegründet wurde, appelliert an die Eintracht-Oberen, künftig keine Topzuschläge für das Rhein-Main-Derby zu erheben. Ansonsten drohen sie mit einem Boykott.
Das Spiel am Dienstag zu boykottieren, schließt die „AG Kein-Zwanni“ aber aus, weil dies jetzt viel zu kurzfristig sei. Rund 2000 Mainzer Fans werden das Team nach Schätzungen der AG in der Frankfurter Commerzbank-Arena unterstützen.
Zuletzt hatten Mainzer Fans im Mai 2011 am vorletzten Spieltag der Saison die Auswärtspartie in Gelsenkirchen boykottiert, bei der sich die Mainzer für die Europa-League qualifizierten.
„Ein Topzuschlag widerspricht ganz und gar der Vorstellung einer sozialen Preisgestaltung“, appelliert die AG an die Eintracht-Verantwortlichen. „Vor zwei Jahren hat eine Stehplatz-Karte in Frankfurt noch 15 Euro gekostet. Wir wollen diese Erhöhung nicht hinnehmen.“ Es müsse doch auch im Interesse von Eintracht Frankfurt sein, dass sich auch Familien und Menschen mit geringem Einkommen in Zukunft den Stadionbesuch noch leisten können.“ Mit einem Ticketpreis von 19 Euro inklusive Vorverkaufsgebühr würden schon jetzt Teile der Gesellschaft ausgeschlossen. Zum Verglich: In Mainz kostet sie 13,50 Euro (inklusive 1 Euro im VVK).
Nach Ansicht der Mainzer Fans gibt es keine Gründe für einen Topzuschlag: „Feinerer Fußball? Mehr Tore? Eine angenehmere An- und Abreise?“ Das alles könnten keine Gründe sein für überhöhte Eintrittspreise. Tobias Sparwasser, Pressesprecher von Mainz 05, sagt, dass sich der Verein grundsätzlich nicht zur Preisgestaltung anderer Clubs äußere. Mainz 05 sei im übrigen der einzige Verein in der Bundesliga, der gar keine Topzuschläge erhebt.
Heribert Bruchhagen, Vorstandschef der Eintracht, versteht die Kritik der Fans, hält die Preisgestaltung, die zuvor nicht mehr marktgerecht gewesen sei, aber für „vertretbar und fair“.
Die Initiative „Kein Zwanni – Fußball muss bezahlbar sein“ entstand vor zwei Jahren im Vorfeld des Derbys Schalke 04 – Borussia Dortmund. Damals hatte Schalke erstmals mehr als 20 Euro für eine Stehplatzkarte verlangt. Seither hat es zahlreiche Proteste in vielen deutschen Stadien gegeben.
In Frankfurt gibt es drei Preiskategorien: Mainz gehört neben Bayern München in die Top-Gruppe, bei der die Stehplatzkarte 18 Euro (ohne Vorverkaufsgebühr) beträgt. In der Kategorie B verlangt der Club 15 Euro. Das betrifft in Kürze die Spiele gegen Bremen und Mönchengladbach. In der Kategorie C – hier sind Hoffenheim und Nürnberg – zahlt der Stehplatzbesucher 13 Euro.⋌
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