Bahnt sich ein Konflikt zwischen Stadt und Mainzer Carneval-Verein an? Die ehemalige Touristik Centrale, die nun unter dem Dach von Mainzplus Citymarketing angesiedelt ist, will die Ausrichtung des Jugendmaskenzugs und die Tribüne vor dem Theater in die Hände des MCV legen. Der ist laut Präsident Richard Wagner zwar grundsätzlich einverstanden, aber: „Wir reißen uns nicht darum und sind auch nur dazu bereit, wenn uns dadurch keine Kosten entstehen.“ Ein wenig pikiert scheint der MCV-Chef schon zu sein: „Wenn etwas Arbeit und finanziellen Einsatz bedeutet, will es Citymarketing nicht übernehmen.“
Sorge bereitet Wagner, dass der Zug an Attraktivität verlieren könnte. Denn noch ist unklar, ob es im kommenden Jahr noch Zuschüsse für Kindergärten und Schulen für Kostüme geben wird. Die wurden bislang von der Stadt über die Touristik Centrale bezuschusst. Wagner will durch das MCV-Engagement keine Überraschungseier ins Nest gelegt bekommen und sei in Gesprächen mit der Stadt. Und vor allem: Alles müsse vertraglich festgeklopft sein.
Der Jugendmaskenzug schlägt jährlich mit etwa 10.000 Euro Sachkosten zu Buche, die bislang von der Stadt Mainz über die Touristik Centrale übernommen wurden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Materialzuschüsse fürs Basteln von Kostümen sowie Zuschüsse für den Bustransfer von auswärtigen Gruppen. Wer künftig die Kosten hierfür übernimmt, müsse nach der aktuellen Fastnachtskampagne in aller Ruhe ausgehandelt werden, sagen Wagner und Jürgen Schmitt. Schmitt war als Geschäftsführer der Touristik Centrale seit 2001 für den Jugendmaskenzug verantwortlich. Auch wer die Prämierung der einzelnen Gruppen nach der Kampagne organisiert und finanziert sei noch zu klären. „Da werden wir 100-prozentig eine Lösung finden“, versichert Schmitt. Er verweist zudem auf verschiedene närrische Korporationen, die bereits signalisiert hätten, den Umzug unterstützen zu wollen. MCV-Zugleiter Kay-Uwe Schreiber gibt sich zuversichtlich: „Es bietet sich an, dass der MCV auch diesen letzten Innenstadt-Umzug übernimmt.“ Er verweist auf die jahrzehntelange Erfahrung des MCV mit der Organisation der Straßenfastnacht. Doch auch eine weitere Variante wäre laut Schmidt denkbar: Der Verkehrsverein beschließt in seiner Hauptversammlung im Frühjahr, den Jugendmaskenzug weiterhin auszurichten – mit Unterstützung des MCV. (jo./sj.)
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