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10. Juli 2013

Mainz: Begehrte Altkleider

 Von Claudia Renner
Dezernentin Katrin Eder und Frank Panschar (DRK) befüllen einen Container.  Foto: Essling

Die Stadt Mainz steigt in die Verwertung von Altkleidern ein. Sie arbeitet dabei mit dem Deutschen Roten Kreuz zusammen. Das Geschäft soll sich für beide lohnen.

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Mainz. –  

Wer in Mainz künftig seine Altkleider in eine neue Art von Sammelcontainern wirft, kann sicher sein: Mit den alten Klamotten wird kein Schindluder getrieben. Die Stadt selbst steigt in die Altkleiderverwertung ein – in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK). Bis zum Jahresende stellt das DRK 100 weiße Container im ganzen Stadtgebiet auf. Sie ähneln den bisherigen DRK-Containern auf den Wertstoffhöfen. Aber neben dem Aufdruck Rotes Kreuz tragen sie auch das Logo der Mainzer Entsorgungsbetriebe.

Das Geschäft soll sich für beide lohnen. Denn die vermeintliche Wohltätigkeit von Altkleider-Containern ist ohnehin nur ein soziales Märchen: Es gibt gar nicht so viele Verwertungsstellen, um alle alten Hosen, Jacken, Mäntel, Schuhe an bedürftige Menschen zu verteilen. Die Kleiderkammern sind überfüllt. Auch Wohlfahrtsorganisationen verkaufen daher den Container-Inhalt gewinnbringend. Daneben tummeln sich schwarze Schafe in der Branche mit illegal aufgestellten Containern. Kein Wunder: Pro Tonne werden bis zu 500 Euro gezahlt.

Künftig auch an die Stadt. Bei einem jährlichen Aufkommen von 400 Tonnen kommen 200.000 Euro zusammen. Nach Abzug von Logistikkosten sollen fast 100 000 Euro für die Stadt herausspringen und „helfen, die seit 2001 stabilen Abfallgebühren so lange wie möglich stabil zu halten“, sagte Umweltdezernentin Katrin Eder (Grüne) gestern beim Startschuss des neuen Systems. Kooperationspartner DRK erwartet fünfstellige Mieteinnahmen für soziale Projekte.

Verwertet werden die Kleider aus den städtischen Containern von der FWS GmbH aus Bremen. Ihre drei Sortieranlagen stehen in Deutschland, die dort beschäftigten Sortierer werden nach Tarif bezahlt. Besonders gut erhaltene Kleidung geht in Second-Hand-Geschäfte, auch ins Ausland. Was nicht mehr tragbar ist, wird zu Putzlappen verarbeitet oder maschinell in Stofffasern aufgesplittet, die unter anderem zu Dämmstoffen für Autokarosserien verarbeitet werden.

Nicht zuletzt will die Stadt das Kleidersammeln besser kontrollieren. Neben dem DRK werden die Malteser mit städtischer Genehmigung ihre Altkleidercontainer in den Wertstoffhöfen weiter betreiben. Neue Genehmigungsanträge kann die Stadt abweisen. Und illegale Container werden abtransportiert, wenn der Aufsteller nicht gefunden wird oder auf Aufforderung nicht reagiert.

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