So viel Zoff gab es selten: Statt der üblichen 20 waren mehr als 200 Leute bei der studentischen Vollversammlung. Sie wollen für eine höhere finanzielle Förderung des Hauses Mainusch streiten. Nach Angaben von Laura-Luise Hammel (Campusgrün) sei die Versammlung regelrecht eskaliert, bis am Ende der Vorsitzende des Allgemeinen Studierenden-Ausschusses (AStA), Daniel Krause (RCDS), des Saals verwiesen wurde, weil er die vorgeschriebene Redezeit überschritt.
Hintergrund für den Streit: Der AStA – derzeit eine Koalition aus Jusos und dem CDU-nahen RCDS – fördert das Haus Mainusch mit 500 Euro pro Semester (1000 Euro pro Jahr). Zu wenig, finden die linken oppositionellen Gruppen im Studierenden-Parlament (StuPa), da die Uni die Miete für das Haus gerade erst kräftig erhöht hat. Deswegen hat die Opposition einen Antrag in die Vollversammlung eingebracht, in dem sie mehr „Verantwortung für den Erhalt des Hauses“ fordert. Geht der Antrag durch, wird in der nächsten StuPa-Sitzung erneut diskutiert.
Die Debatte um das Zentrum auf dem Campus schwelt seit eineinhalb Jahren. Nachdem die Uni bereits mit einem Abriss des Gebäudes gedroht hatte, weil das Gelände für den Neubau des Medienhauses genutzt werden sollte, ist das Haus nun zumindest für die kommenden fünf Jahre sicher – so lange läuft der neue Mietvertrag, den AStA und Uni gerade unterzeichnet haben. Allerdings: Die Kaltmiete wurde dabei von 250 Euro auf 600 Euro erhöht. Hinzu kommen rund 400 Euro Nebenkosten – ein Betrag, den das Mainusch mit seinem finanziellen Konzept nicht mehr stemmen kann.
Seit 24 Jahren wird das Haus Mainusch von einem Verein als unabhängiges Kommunikations- und Kulturzentrum am Uni-Campus betrieben. Hier können Studierende Ausstellungen, Lesungen, Workshops und Vorträge organisieren. Legendär ist im Mainusch neben Konzerten und Partys auch das vegane Essen: Während des Semesters kochen diverse Teams werktags vegane Gerichte. (awa.)
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