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11. Dezember 2012

Wohnbau Mainz: Neubauten voller Mängel

 Von Dominic Schreiner

Im Wohnquartier "Krongarten" im Mainzer Stadtteil Gonsenheim sind die Käufer sauer auf die Bauherrin und Verkäuferin ihrer Reihenhäuser, die Wohnbau Mainz: Viele der Neubauten haben bauliche Mängel. Der Gesamtschaden wird auf etwa 60 000 Euro geschätzt.

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Tapeten samt Putz lösen sich von den Wänden, Hohlräume und meterlange Risse tun sich auf, Steckdosen hängen ungeschützt aus der Außenmauer: Im Wohnquartier „Krongarten“ im Mainzer Stadtteil Gonsenheim zeigen sich an einer größeren Zahl von Häusern bauliche Mängel.
Dabei datieren sämtliche betroffenen Reihenhäuser, insgesamt sind es nach Angaben von Wohnbau-Chef Thomas Will 28, aus dem Jahr 2006, können der Kategorie „Neubau“ zugeordnet werden. Der Gesamtschaden wird auf etwa 60 000 Euro geschätzt.

Bauherr über rund 60 Reihenhäuser im Krongarten war damals die „Wohnbau Mainz“, die die Reihenhäuser auch veräußerte. Das Kölner Unternehmen „Bauwens Construction GmbH“ führte die Bauarbeiten aus. Bei Erwerb der Immobilien wurde den Käufern eine fünfjährige Gewährleistungspflicht zugesichert. Auch Rüdiger Fröhlich, der seit November 2006 Eigentümer eines Hauses ist. „Ich habe der Wohnbau die Schäden bereits vor mehr als einem Jahr angezeigt“, ärgert er sich. Seitdem sei nicht viel passiert. Zwar seien die Mängel durch einen Gutachter des Bauträgers bei einem Ortstermin Ende Dezember 2011 festgestellt und Fröhlich das Gutachten auch Anfang März 2012 zugestellt worden. Die Expertise beziffert dabei den finanziellen Aufwand für die Beseitigung der Mängel mit 1800 Euro, bei „Abgeltung durch Entschädigung“ schlägt der Gutachter 2500 Euro vor.

Bei seinem Nachbarn Murat Kont gebe es zusätzliche Schäden. „An meiner Außenwand hängen die Steckdosen ungeschützt raus“, sagt Kont, der fürchtet, dass sich eins seiner drei kleinen Kinder beim Spielen daran verletzen könnte. Auch bei Kont sind Putzschäden zu bemängeln, auch er hat die Wohnbau davon vor einem Jahr in Kenntnis gesetzt. Und auch er habe auf Anrufe und E-Mails keine Antwort erhalten.

Inzwischen lässt sich Kont von einem Fachanwalt vertreten, der die Verzögerungstaktik durch Druck durchbrechen will. „Das ist inzwischen leider die normale Vorgehensweise, bedingt durch die Struktur des Unternehmens. Aus Erfahrung mit der Wohnbau weiß ich aber, dass der Druck, den wir jetzt ausüben, auch irgendwann mal zu einem Erfolg führen wird.“ Wohnbau-Chef Thomas Will hingegen gibt die Verantwortung weiter. „Bauwens hat ja in unserem Auftrag gebaut, daher sind sie auch in der Rechtsverpflichtung“, argumentiert Will. Da sein Unternehmen die Häuser verkauft habe, seien die Ansprüche aber korrekterweise gegen die Wohnbau gerichtet. Bis Donnerstag wolle Bauwens jetzt wohl den Käufern ein neues Angebot zur Schadensregulierung machen, so Will.

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