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Druckmaschinenhersteller Manroland: Insolvenzverfahren für Manroland eröffnet

Das Amtsgericht Augsburg hat jetzt das Insolvenzverfahren für den angeschlagenen Druckmaschinenhersteller Manroland eröffnet. Für das Werk in Offenbach gibt es Hoffnung. Ein Angebot der britischen Landley-Holding soll kurz vor dem Abschluss stehen.

Wie geht's weiter bei  Manroland?
Wie geht's weiter bei Manroland?
Foto: dpa

Das Amtsgericht Augsburg hat am Mittwoch das Insolvenzverfahren für den Druckmaschinenherstellers Manroland eröffnet. Der bisher vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider wurde in seiner Position bestätigt, wie ein Gerichtssprecher mitteilte. Das Unternehmen hatte Ende November Insolvenzantrag gestellt.

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Den aktuellen Zahlen zufolge könnten 55 Prozent der Arbeitsplätze bei Manroland erhalten bleiben, erklärte Schneider. „Angesichts der Kürze der Zeit und der Komplexität des Verfahrens ist dieser Wert erfreulich. Trotzdem ist jede Kündigung eigentlich eine zu viel.“

Mitarbeiter, die nicht übernommen würden, können in Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaften übertreten, die an den drei Standorten in Deutschland am Mittwoch ihren Betrieb aufnahmen, wie es weiter hieß. Diese bieten ein halbes Jahr Qualifizierungsmaßnahmen, Hilfe bei der Stellensuche und eine Bezahlung von 80 Prozent des ursprünglichen Nettogehalts.

Die Laufzeit entspreche dem Üblichen bei großen Insolvenzverfahren, sagte Schneider. In vergangenen Verfahren habe man Vermittlungsquoten von weit mehr als 50 Prozent erreicht.

Am Nachmittag sollte der Gläubigerausschuss zusammentreten, um über die Veräußerung des Unternehmens zu beraten und zu entscheiden. Das Unternehmen soll zerschlagen werden. Bislang ist geplant, das Hauptwerk von Manroland in Augsburg und später auch den Standort im sächsischen Plauen an die Lübecker Possehl-Gruppe zu verkaufen.

Im Offenbacher Manroland-Werk keimt die Hoffnung auf einen industriellen Investor. Nach Medien-Informationen wollte Insolvenzverwalter Werner Schneider am Mittwoch in Augsburg dem Gläubigerausschuss ein Angebot der britischen Langley Holdings zur Annahme empfehlen. Dem Vernehmen nach soll der gesamte Standort mit sämtlichen 824 noch verbliebenen Beschäftigten übernommen werden.

Koenig & Bauer dürfte aus dem Rennen sein

Das vom Gründer Anthony Langley geführte Unternehmen hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr bei einem Umsatz von knapp 495 Millionen Euro einen Reingewinn von 56,4 Millionen Euro erzielt. Wesentliche Beteiligungen sind die norddeutschen Technologie-Unternehmen Piller Power Systems und Claudius Peters sowie der Augsburger Schweißtechnikspezialist ARO. Langley hatte am Jahresende 2225 Mitarbeiter.

Mit der Briten-Offerte für das gesamte Werk dürfte der Konkurrent Koenig & Bauer (KBA) aus dem Rennen sein. Die Würzburger hatten erneut Interesse an Teilen des Unternehmens in Offenbach signalisiert. Dabei soll es vor allem um den Service für die tausenden Manroland-Maschinen gehen, die weltweit bei den Kunden stehen. Die Branche kämpft seit 2008 gegen die Krise an, der Umsatz mit Druckmaschinen hat sich seitdem halbiert.

In Offenbach arbeiten nach jüngsten Angaben noch 824 von zuletzt 1750 Menschen für Manroland. Die übrigen sind am Mittwoch in eine auf sechs Monate angelegte Beschäftigungsgesellschaft gewechselt oder gekündigt worden. An dem traditionsreichen Standort werden Bogendruckmaschinen hergestellt, die vor allem für Werbemittel benötigt werden. (dapd/dpa)

Datum:  1 | 2 | 2012
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