kalaydo.de Anzeigen

Insolvenz Manroland: Werkabspaltung möglich

Hoffnung für Offenbach oder gefährliche Zerschlagung des Unternehmens. Der Insolvenzverwalter kündigt an, bevorzugt einen Investor allein für die in Offenbach angesiedelte Produktion von Manroland zu suchen.

        

Bei Manroland wird an der Zukunft gearbeitet.
Bei Manroland wird an der Zukunft gearbeitet.
Foto: dpa/matthias Schrader
Offenbach –  

Bei Manroland wird gearbeitet – trotz oder gerade wegen der Pleite. „Wir wollen dem Insolvenzverwalter zeigen: Bei uns geht noch was“, sagte ein Mitglied des Betriebsrats in Offenbach am Montag.

Hinter den Kulissen liefen und laufen Gespräche zur Rettung des Betriebs. Heute trifft sich Hessens Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) mit Vertretern des Vorstands, des Betriebsrats und der IG Metall. Die Landesregierung wolle Möglichkeiten prüfen, wie Arbeitsplätze zu retten seien, sagte ein Sprecher in Wiesbaden. Zu der von der IG Metall geforderten Landesbürgschaft wollte sich der Sprecher aber nicht äußern.

Eine Abspaltung des Offenbacher Betriebsteils mit rund 1900 Beschäftigten scheint möglich. Ein Vertreter des Insolvenzverwalters habe angekündigt, bevorzugt einen Investor allein für die in Offenbach angesiedelte Produktion von Bogendruckmaschinen zu suchen, sagte Betriebsratschefin Alexandra Roßel am Montag. Die Ankündigung sei sehr positiv aufgenommen worden.

Was anderswo als gefährliche Zerschlagung des Unternehmens mit Hauptsitz in Augsburg gesehen würde, nährt nach Roßels Angaben in Offenbach Hoffnung. Mit dem in der vergangenen Woche abgesagten Einstieg eines Investors wäre eine weitgehende Schließung des Standorts verbunden gewesen, sagte die Betriebsrätin. „Offenbach hätte bluten müssen.“

Erste Gespräche zur Rettung des Konzerns fanden gestern in Augsburg statt. Dabei haben sich Politik und Wirtschaft auf eine enge Zusammenarbeit vereinbart. „Wir werden jetzt alles tun, um schnell hier zu Zukunftsperspektiven zu kommen“, sagte Bayerns Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP). Es habe „durchaus Signale der begründeten Hoffnungen“ gegeben, sagte er. Die Verantwortung für die Zukunft von Manroland liegt nach Ansicht von Zeil jedoch weiter bei den Gesellschaftern MAN und Allianz. „Es ist jetzt überhaupt nicht der Zeitpunkt, über Bürgschaften oder Staatshilfen zu sprechen“, sagte der Politiker. Diese stünden wenn überhaupt „am Ende des Prozesses, der gerade erst begonnen habe“.

Beschäftigte warten auf verlässliche Informationen

Auch in Offenbach haben sich Mitarbeiter des Insolvenzverwalters ein Bild von der Lage vor Ort gemacht. Im zweitgrößten Werk der Gruppe warten die Beschäftigten auf verlässliche Informationen darüber, wie es für sie weiter geht. „Am schlimmsten sind die Existenzängste“, sagte eine Betriebsrätin. „Die Leute wollen wissen, wann und von wem sie ihr Geld für den November bekommen.“ Die Auszahlung des Insolvenzgeldes sei auf den Weg gebracht, sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Werner Schneider gestern. Die 6500 Beschäftigten erhielten nun drei Monate lang Insolvenzgeld. Mitarbeiter, die bislang in Kurzarbeit waren, würden wieder voll beschäftigt.

Nun gelte es, den Betrieb am Laufen zu halten. Alte Aufträge müssten abgearbeitet, neue hereingeholt werden. Nur wenn Manroland die Produktion ohne große Einschränkungen weiter fortsetzen kann, sei die Suche nach einem finanzkräftigen Investor erfolgversprechend. Dafür sei allerdings ein sogenannter Massekredit erforderlich. „Mit der Liquidität aus diesem Kredit können dann Materialien bestellt und Lieferanten für zukünftige Aufträge bezahlt werden“, erläuterte der Insolvenzverwalter. Die Gespräche über einen Massekredit seien eingeleitet.

Manroland hatte am Freitag Insolvenz angemeldet, nachdem ein potenzieller Investor abgesprungen war und Zahlungsunfähigkeit drohte. Darauf zogen die Gesellschafter Allianz und MAN bei einer Aufsichtsratssitzung von Manroland die Reißleine. Angesichts der schweren Lage der Konjunktur sei es aus ökonomischen Gründen nicht mehr zu verantworten gewesen, weiteres Geld in den Konzern zu stecken, hieß es von Seiten der Allianz. Bis 2006 gehörte Manroland zum MAN-Konzern; heute hält der Münchner Dax-Konzern noch eine Minderheitsbeteiligung von 23 Prozent. Einen größeren Teil hält mit 75 Prozent der Aktien und 65 Prozent der Stimmrechte der Versicherer Allianz. (mit dpa)

Autor:  Peter Dietz
Datum:  29 | 11 | 2011
Kommentare:  Kommentieren
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Umfrage: Soll der Staat Manroland retten?

Soll der Staat den insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland finanziell unterstützen?

Spezial

Offenbach bangt um den großen Arbeitgeber Manroland: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller.


Regionale Startseite

Nachrichten aus Frankfurt und Rhein-Main

Anzeige

Top Stellenangebote

Anzeige

 
Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

 

 

Kickers Offenbach
Große Freude nach dem Sieg im Hessenpokal.
Kickers Offenbach 
Blick auf die Henninger-Tribüne aus der neuen, Geld einbringenden  Loge.
Kickers Offenbach 
Markus Husterer und Elton da Costa jubeln über das 4:0.
Hessenpokal Kickers Offenbach 
Weblog

Das FR-Blog zu Kickers Offenbach - völlig unreflektiert, offen und ehrlich.

3. Liga
Mannschaft Tore Punkte
1 SV Sandhausen 57:42 66
2 VfR Aalen 50:42 64
3 Jahn Regensburg 55:41 61
4 1. FC Heidenheim 48:36 60
5 Rot-Weiß Erfurt 54:41 59
6 Burghausen 55:47 57
7 VfL Osnabrück 46:35 55
8 Kickers Offenbach 49:41 55
9 Chemnitzer FC 47:43 55
10 1. FC Saarbrücken 61:51 54
11 VfB Stuttgart II 44:47 50
12 Preußen Münster 40:44 50
13 Arminia Bielefeld 51:57 50
14 Darmstadt 98 51:47 49
15 Unterhaching 63:59 44
16 Wiesbaden 40:48 44
17 SV Babelsberg 44:59 44
18 Carl Zeiss Jena 39:59 39
19 Oberhausen 33:47 38
20 Werder Bremen II 29:70 22
Spezial

Der Ausbau des Flughafens ist in der Region heftig umstritten. Die FR-Serie informiert über die Landebahn.

Spezial

Hat Volker Bouffier als Innenminister einen Parteifreund begünstigt? Ein Untersuchungsausschuss sucht Antworten.

Aus dem Gericht

FR-Gerichtsreporter Stefan Behr berichtet über kuriose, traurige, aufwühlende und schockierende Prozesse.