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Manroland in der Krise: Gute Aussichten für Ex-Manroland-Beschäftigte

Für die entlassenen Beschäftigten des Druckmaschinenherstellers Manroland interessieren sich nach Angaben der Transfergesellschaft PRM 50 bis 60 Firmen.
Für die entlassenen Beschäftigten des Druckmaschinenherstellers Manroland interessieren sich nach Angaben der Transfergesellschaft PRM 50 bis 60 Firmen.
Foto: dpa

Nach nur wenigen Tagen vermeldet die Personalentwicklungsgesellschaft PRM gute Nachrichten: Demnach interessieren sich 50 bis 60 Unternehmen für die vor kurzem entlassenen Beschäftigten des Druckmaschinenherstellers Manroland.

Frankfurt –  

Wenige Tage nach Gründung der Transfergesellschaft für Ex-Mitarbeiter des zerschlagenen Druckmaschinenherstellers Manroland interessieren sich zahlreiche Firmen für die Entlassenen. Ihr lägen Anfragen von 50 bis 60 Firmen vorwiegend aus dem Rhein-Main-Gebiet vor, berichtete die Geschäftsführerin der Frankfurter Personalentwicklungsgesellschaft PRM, Silke Wohlgemuth, der Nachrichtenagentur dpa.

Nun werde geprüft, inwieweit die Anforderungen der potenziellen Arbeitgeber mit den Profilen der Arbeitssuchenden übereinstimmten, sagte Wohlgemuth. Die ersten Mitarbeiter hätten auch bereits aus eigenem Antrieb schon eine neue Anstellung gefunden.

Finanzielle Mittel für Manroland-Entlassene sind begrenzt

PRM hat nach der Pleite und Zerschlagung Manrolands zum 1. Februar 896 frühere Mitarbeiter des Offenbacher Werks in eine auf sechs Monate befristete Transfergesellschaft übernommen. Ziel der Gesellschaft ist es, in der vorgegebenen Zeit möglichst viele Menschen in neue Jobs zu bringen und nötigenfalls vorher zu qualifizieren. Während der sechs Monate erhalten die Ex-Manroländer von der Arbeitsagentur Kurzarbeitergeld. Sonst wären sie sofort in die Arbeitslosigkeit gefallen. Die Männer und Frauen sind nach Vorgesprächen in die Transfergesellschaft gegangen, die in den nächsten sechs Monaten als ihr Arbeitgeber auftritt.

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Allerdings seien die zur Verfügung gestellten Mittel zur Qualifizierung der Leute sehr begrenzt, sagte Wohlgemuth. Derzeit liefen Verhandlungen mit der Bundesagentur für Arbeit, ob Geld aus dem europäischen Sozialfonds für Schulungen bereitstehe. „Aus den eigenen Mitteln der Transfergesellschaft steht eventuell nur ein eng begrenzter Fonds für Härtefalle zur Verfügung“, berichtete die Personalexpertin, die bereits in der Vergangenheit für Manroland-Leute nach neuen Jobs gesucht hat.

Viele Ex-Beschäftigte von Manroland sind noch frustriert und fühlen sich überrumpelt

In den kommenden Tagen führen die PRM-Berater nach Wohlgemuths Darstellung intensive Gespräche mit den Betroffenen, von denen viele über sehr lange Zeiträume bei Manroland beschäftigt waren. „Die Menschen sind frustriert und von der Situation überrumpelt worden. Für manche von ihnen war Manroland wie eine Familie“, berichtete die Personalentwicklerin. Die Zielvorgabe für die ersten Wochen sei es, die Qualifikationen und Wünsche der Menschen klar zu erfassen und komplette Bewerbungsunterlagen zu erstellen. „Viele haben sich seit Jahren und Jahrzehnten nirgendwo beworben.“

Die Konditionen der Transfergesellschaft hatten bei der Pleite die Betriebsparteien gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter ausgehandelt, wobei die früheren Manroland-Eigentümer Allianz und MAN für das Gesamtunternehmen einen Beitrag von 24 Millionen Euro zugesagt hatten. Das Offenbacher Werk für Bogendruckmaschinen wird von dem britischen Investor Langley mit einer stark verkleinerten Mannschaft von rund 860 Leuten weitergeführt. (dpa)

Datum:  13 | 2 | 2012
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