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Manroland-Investor Langley: Robin Hood gibt den Armen

Das Offenbacher Manroland-Werk ist gerettet. Der britische Investor Langley aus Nottinghamshire, der Heimat Robin Hoods, übernimmt den Standort. Eine Bürgschaft des Landes Hessen zur Rettung des Werkes ist damit nicht mehr nötig.

Tom Langley (rechts), Chef der Langley-Gruppe, im Gespräch mit Insolvenzverwalter Werner Schneider.
Tom Langley (rechts), Chef der Langley-Gruppe, im Gespräch mit Insolvenzverwalter Werner Schneider.
Foto: dpa

Das Bangen hat ein Ende – zumindest für die 820 Beschäftigten, die weiterhin im Offenbacher Manroland-Werk Druckmaschinen montieren dürfen. Der britischen Investor Langley wird den Standort übernehmen, das ist seit Donnerstag besiegelt. Damit ist nach Augsburg der zweite Teil der insolventen Gruppe verkauft.

Die Langley-Gruppe hat ihren Sitz in Nottinghamshire, jener Grafschaft, die sich mit dem Attribut „Heimat von Robin Hood“ schmückt. Das passt. Denn mehr als zwei Monate lang mussten die Offenbacher um ihre Zukunft fürchten. Lange war kein passender Investor in Sicht. Jetzt also Langley, der edle Retter.

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Der englische Mischkonzern wird alle Produktionsanlagen samt Immobilien am Standort kaufen. Mit im Paket ist zudem der internationale Vertrieb für mehr als 40 Länder. Am Ende bleiben 820 von zuletzt 1750 Arbeitsplätzen in Offenbach übrig. Was Langley dafür bezahlt, ist nicht bekannt. Insolvenzverwalter Werner Schneider ist sich sicher: Die Einigung gebe dem Bogendruck am Standort Offenbach eine langfristige Perspektive.

Auch die IG Metall ist optimistisch. Das Konzept von Langley biete „eine tragfähige Grundlage“ für die Zukunft, sagte Marita Weber von der Metall-Gewerkschaft. Dennoch bleibt ein bitterer Beigeschmack. Mehr als 900 Leute haben ihren Job verloren, wechselten in eine Transfergesellschaft. Dort sind sie zwar erstmal für nächsten sechs Monate unter; doch für viele Familien steht die Existenz weiter auf der Kippe. Und so sagt Werber: „Dies ist keine Lösung für alle, aber es ist die beste Lösung für Offenbach“.

Investor sieht gute wirtschaftliche Perspektiven

Der neue Inhaber lobt die jüngste Tochter. Er sehe sehr gute wirtschaftliche Perspektiven für Manroland in Offenbach, sagte Tony Langley gestern. Von dort kämen Maschinen auf Weltklasse-Niveau mit hervorragender Reputation. Auch die Forschungseinheit sei hervorragend. Schon in diesem Jahr will Langley schwarze Zahlen schreiben und einen Umsatz von 350 Millionen Euro erzielen. Das Werk soll künftig unter dem Namen Manroland Sheet Fed firmieren. In Offenbach werden Systeme für den Werbe- und Verpackungsdruck entwickelt.

Mit dem Einstieg des Retters aus Nottinghamshire ist auch die Bürgschaft des Landes Hessen nicht mehr nötig. Langley kennt den deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Die Gruppe besitzt schon das Zementmaschinenwerk Claudius Peters in Buxtehude, den Industriebetrieb Piller in Osterode sowie die Schweißtechnik-Servicefirma ARO in Augsburg.

Nach eigenen Angaben erzielte der Langley-Konzern im vergangenen Jahr einen Umsatz von 500 Millionen Euro und schrieb einen Gewinn vor Steuern in Höhe von 76 Millionen Euro. Für die 30 Töchter der Gruppe arbeiten rund 2230 Leute.

Das Hauptwerk von Manroland in Augsburg ging an die Lübecker Possehl-Gruppe; dort werden große Maschinen für die Zeitungsbranche gefertigt. Das dritte Werk in Plauen soll bald einen neuen Eigentümer haben. Nach Zerschlagung des Konzerns habe Manroland nun die richtige Größe, um auf dem Markt zu bestehen, sagte Insolvenzverwalter Schneider. Von zuletzt 4700 Jobs in Deutschland blieb nach der Pleite nur knapp die Hälfte.

Manroland hatte Ende November Insolvenz angemeldet, nachdem Allianz Capital Partners und der Lkw-Hersteller MAN dem verlustreichen Unternehmen den Geldhahn zugedreht hatten.

Autor:  Peter Dietz
Datum:  2 | 2 | 2012
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